München Schweizer Schläger: Einer gesteht jetzt doch

Der Prozess gegen die drei Schweizer Schläger geht zu Ende Foto: az

MÜNCHEN - Der Prozess um die Gewaltorgie am Sendlinger Tor im Sommer 2009: Benji D., einer der drei Schweizer Schläger hat einen neuen Anwalt, räumt die Tat ein – und entschuldigt sich.

 

Bemerkenswerte Wende im Prozess gegen die drei Schweizer Schläger: Benji D. (18) hat auf Anraten seines neuen Anwalts Steffen Ufer vor der Münchner Jugendkammer ein Geständnis abgelegt. Er gab zu, dass er mit Mike B. (18) und Ivan D. am 30. Juni 2009 die Tat begangen hat: „Danach haben wir uns umgezogen, damit uns keiner wiedererkennt.“ Fünf Menschen waren am Sendlinger-Tor-Platz teils schwer verletzt worden. Benji D. entschuldigte sich´ bei Opfer Wolfgang O. (45), dessen Kopf regelrecht zertrümmert worden war.

Der Prozess findet seit März unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Kein Publikum, keine Presse. Aus Gründen des Jugendschutzes. Richterin und Pressesprecherin Margarete Nötzel saß im Sitzungssaal 177, als Benji D. sein Geständnis ablegte. Sie sagte: „Er wirkte entschlossen, sich äußern zu wollen. Er wirkte überzeugend. Seine Aussage deckt sich mit den ersten Vernehmungen bei der Polizei.“

Während Benji D. sprach, schüttelten seine schweigenden Komplizen Mike B. und Ivan Z. nur den Kopf. Mike B. war offenbar empört und unterbrach Benji deshalb an manchen Stellen mit den Worten: „Moment, Moment.“Benji sagte, dass er den Vorfall von damals als „unheimlich“ empfunden habe. Margarete Nötzel: „Benji hat gestanden, dass alle drei an der Tat beteiligt waren – mit unterschiedlichen Konstellationen.“ Sie erklärte, dass die Aussage vor Gericht für Benji eine „ganz große Chance“ sei: „Man hat jetzt die Möglichkeit, ihn besser kennen zu lernen und wie er die Dingen wahrgenommen hat. Außerdem wirkt sich ein Geständnis immer strafmildernd aus.“

Die drei Angeklagten werden nach Jugendstrafrecht verurteilt. Höchststrafe: zehn Jahre. Auch bei Mord. Nötzel sagt aber:. „Beim Jugendstrafrecht steht der erzieherische Gedanke im Vordergrund: Ein Versuch, den Menschen, der einen falschen Weg eingeschlagen hat, zu korrigieren.“

th

 

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