München S-Bahnmord von Solln: Hat das Opfer zuerst zugeschlagen?

Am Bahnhof in Solln wurde Dominik Brunner im September 2009 zu Tode geprügelt. Foto: AP

MÜNCHEN - Die Anklage gegen die beiden S-Bahnschläger von Solln steht, im Frühjahr sollen sie sich wegen des heimtückischen Mordes am Geschäftsmann Dominik Brunner verantworten. Hätte alles auch glimpflich ausgehen können?

 

Fünf Monate nach der tödlichen Prügelattacke auf Dominik Brunner an der Münchner S-Bahn hat die Staatsanwaltschaft die zwei Tatverdächtigen des Mordes angeklagt. Die beiden jungenRäuber im Alter von 18 und 17 Jahren hätten Brunner am 12.September 2009 aus Rache mit Schlägen und Tritten umgebracht, weiler vier Kinder vor ihnen geschützt habe. Dies hatte die Münchner Staatsanwalt am Donnersdtag erklärt.

Interessant werden könnte die Beobachtung, welche der S-Bahn-Fahrer gemacht haben will. Er soll laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" kurz vor der Weiterfahrt in Solln aus dem Fenster nach hinten geschaut haben. Die beiden Angeklagten seien ruhig in Richtung Brunner gegangen, während dieser aggressiv gewirkt habe. Alles wäre wohl glimpflich abgegangen, wenn Brunner nicht zuerst zugeschlagen hätte, so die Einschätzung des Lokführers.

Allerdings: Der Lokführer war rund 40 Meter vom Ort des schrecklichen Geschehens entfernt. Und: Seine Wahrnehmung deckt sich nicht mit den Angaben anderer Zeugen, die näher am Tatort waren und von einem aggressiven Verhalten der beiden mutmaßlichen Tätern sprechen. Selbst wenn Dominik Brunner els erster zugeschlagen haben sollte: an der rechtlichen Einordnung der Tat würde dies kaum etwas ändern.

Über die Zulassung der Anklage und den Prozesstermin wird die zuständige Jugendstrafkammer wohlfrühestens Mitte März entscheiden, teilte das Landgericht mit.

Der Tod des 50-jährigen Managers hatte bundesweit Bestürzunghervorgerufen. Für seine Zivilcourage verlieh ihm BundespräsidentHorst Köhler posthum das Bundesverdienstkreuz. Die AngeklagtenMarkus S. und Sebastian L. waren noch am Tatort gefasst worden undsitzen seither in Untersuchungshaft.

 

0 Kommentare