München Randalierer attackieren Luxusautos am Gärtnerplatz

Der Spiegel wurde abgeschlagen: Ein demolierter Mercedes in der Müllerstraße Foto: Mike Schmalz

MÜNCHEN - Linke Radikale schlagen mit Baseballschlägern auf Nobelkarossen ein – sie stimmten sich bei einem Punkkonzert auf die Randale ein

 

Normalerweise geht es rund um den Gärtnerplatz beschaulich zu. In den umliegenden Bars feiert das junge Szenepublikum – immer lässig und meistens zivilisiert. Anarchisten trifft man im schicken Viertel hingegen eher selten. Zumindest war das so bis Mittwochnacht.

Um kurz vor zwei Uhr alarmierten dann Anwohner im Gärtnerplatzviertel die Polizei. Alle meldeten Beängstigendes: Eine Gruppe von mehreren Vermummten stürme durch die Straßen, mit lautem Gebrüll und schwingenden Baseballschlägern. Und offensichtlich waren sie nicht zum Ausgehen hier – sondern zum Austoben.

Laut Polizei wurden Mittwochfrüh entlang der Müller-, der Klenze- und der Fraunhoferstraße fünf Fahrzeuge von Randalierern beschädigt. Die maskierten Rabauken zwischen 15 bis 23 Jahren traten Seitenspiegel ab und schlugen mit Baseballschlägern auf parkende Autos ein. Offenbar hatten sie es besonders auf teure deutsche Fahrzeuge abgesehen. Bislang konnte die Polizei Schäden bei einem Porsche, Mini, Mercedes, VW und einem Motorroller feststellen. Der entstandene Schaden konnte noch nicht beziffert werden, dürfte aber bei einigen tausend Euro liegen.

Die alarmierte Polizei nahm noch am Tatort zehn Randalierer fest. „Es handelt sich um Personen aus dem linken Spektrum“, sagte ein Polizeisprecher. Alle Festgenommenen wohnen in München.

Offenbar hatten sich die Randalierer erst noch bei einem Punk-Konzert auf ihren Angriff auf die parkenden Symbole des Bürgertums eingestimmt. Laut Polizei hätten wohl einige Randalierer im Kafe Marat in der Thalkirchner Straße gefeiert. Diese Örtlichkeit ist traditioneller Treffpunkt der Antifa-Szene – und tatsächlich spielten dort am Dienstagabend diverse Punk-Bands, darunter die Münchner Kombo „Gumbabies“ und die US-amerikanische Hardcore-Gruppe „Everything falls apart“ – deren Name war Programm für den Rest des Abends, denn man kann ihn mit „Alles fällt auseinander“ übersetzen. Das haben einige Fans wohl allzu wörtlich genommen.

R. Keck

 

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