München Punkrock am KVR: 20 Jahre "Kultlokal" Substanz

ürgen Franke ist seit 20 Jahren die Seele des Substanz. Am Anfang war Frank Bergmeyer („Bergwolf“) noch Mit-Wirt. Foto: Gregor Feindt

Jürgen Franke ist die Seele des Ladens – er hat Nick Caves Geiger gerettet und rockt die Wiesngänger

LUDWIGSVORSTADT Punkrock, war das nicht das große Ding in den 90er Jahren? Als Bands wie „The Jesus Lizards“ oder auch „Therapy“ im Substanz in der Ruppertstraße 28 spielten. Laute, dreckige Konzerte in direkter Nachbarschaft des KVR. Klar, es gab Lärmbeschwerden – aber das kultige Lokal hat alle Widrigkeiten überlebt. Heute vor 20 Jahren wurde das Substanz aus der Taufe gehoben.

Einen großen Namen hat der Alternativ-Club mittlerweile als „die“ After-Wiesn-Location. Wirt Jürgen Franke erzählt von einem üblichen Abend: „Ich brauch’ die Tür um halb zwölf nur eine Viertelstund’ aufmachen, schon ist der Laden voll.“ Auf italienischen Websites wird das Substanz genannt als beste Party-Location für den Absacker nach der dritten Maß.

Franke, ein 49-jähriger Sozialpädagoge, hat das Substanz sicher durch alle Trends und Moden gesteuert. In den frühen 90ern waren die Konzerte der absolute Magnet, ab 1994 schließlich mit Schallschutz und einer Zeitbegrenzung auf 22 Uhr. Es gab einfach zu viele Lärmbeschwerden und diese lieferten wiederum „Potenzial für KVR-Gespräche“, wie Franke lachend sagt.

Er veranstaltete Kickerturniere und später ging es los mit den Poetry-Slams. Doch auch echte Top-Stars spielten hier – Melissa Etheridge gab ein Exklusivkonzert, „mit vielen riesigen Aufpassern“, erzählt Franke. Auch der große Nick Cave war zu Gast. Ein Abend, den Franke nicht vergisst. „Cave besuchte ein Konzert eines Geigers, den er kannte – plötzlich brach der Geiger zusammen“, erzählt der Wirt. Sie ließen den Geiger ins Krankenhaus bringen, Cave bedankte sich bei íhnen für die Rettung.

Der Club hat sich verändert, wie hat sich der Wirt verändert? „I bin dick worn“, sagt Franke, „i schlepp’ zwanzg Jahr mit mir rum.“ Schuld daran sind „ein Kreuzbandriss und der komische Schlafrhythmus“ Wie er die Nachtarbeit aushält? „Sieben Tage die Woche unterwegs sein, das hält fit!“ Jetzt freut er sich auf das Konzert des Bluesgitarristen Björn Berge am 13. April, doch vorher gibt er einen aus: Von 15. bis 22. März gibt es im Substanz jeden Abend ab 20 Uhr 50 Liter Freibier. K. Rieger

 

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