München Ottis Sex-Video: Wer alles mitspielt

Ottfried Fischer Foto: Ronald Zimmermann

MÜNCHEN - Zwei Huren, ein Sex-Clubbetreiber, ein Ex-Polizist und ein Ex-Reporter sitzen beim Prozess auf der Anklagebank – und der Schauspieler Ottfried Fischer wird als Zeuge erwartet

 

Ganz großes Kino findet am Montag im Münchner Schwurgerichtssaal 101 statt. Ein möglicher Titel: Otti Fischers heiße Sexspiele. In den Hauptrollen: Der Schauspieler Fischer, zwei Huren, ein Sex-Clubbetreiber, ein Ex-Polizist und ein ehemaliger Zeitungsreporter.

Die Handlung ist süffig. Hier die Kurzversion:
Ein bekannter TV-Mime sitzt verlassen von der Ehefrau in seiner Schwabinger Altbau-Wohnung. Vor lauter Einsamkeit hofft er im Sommer 2009 auf Zuwendung von zwei Prostituierten. Maria K. (32) und die flüchtige Jasmin H. (35) gehören zum Ensemble des Augsburgers Sex-Clubbetreibers Klaus-Peter H. (44). Dessen Lokal ist Fischer offenbar bekannt. Per Telefon bestellt er die Damen zu sich. Mehrmals.

So kommt es etwa am 24. Juni in Fischers Schlafzimmer zu gebuchten Zärtlichkeiten. Der Mime zahlt mit Kreditkarten von American-Express und Mastercard. Und hier wird ein Krimi daraus: 74.366 Euro buchen die offenbar gar nicht so netten Damen per Kreditkarte von Fischers Konto ab. Als der dies auf seinen Abrechnungen bemerkt, schlägt er Alarm: Weitere Zahlungen – sie gehen auf das Geschäftskonto des Ex-Polizisten Mike P. (36) – werden daraufhin gesperrt. P. beharrt auf Bezahlung.

Als die Kreditkarteninstitute Beweise wollen, dass Fischer so teure Liebesdienste in Anspruch nimmt, sollen Klaus-Peter H. und Mike P. die Idee zu einem Sexfilm gehabt haben: An der Kamera eine der Huren, vor der Kamera: die andere – plus Fischer. Und Action, versteht sich. Aber da schaltet sich auch schon die Staatsanwaltschaft ein – und ein Ex-Zeitungsreporter (29). Er kauft den Film für 3.500 Euro und soll Fischer damit erpresst haben: Gegen ein Interview verschwände das Video. Eine Story wie im Film. Nun wird darüber verhandelt. Ganz real. Fischer ist als Zeuge vorgesehen.

Torsten Huber

 

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