München Opfer von Schweizer Schlägern leidet bis heute

Eines der Opfer mit einem Vertreter des Weißen Rings Foto: Daniel von Loeper

MÜNCHEN - "Die seelischen Verletzungen sind weitaus gravierender, als die körperlichen“: Im Prozess um die Schweizer Schläger vom Sendlinger Tor haben die ersten Gewaltopfer als Zeugen ausgesagt.

 

Auch rund neun Monate nach der brutalenSchläger-Attacke von drei Schweizer Jugendlichen in München leideteines der Opfer noch unter den Folgen. Bei dem körperbehindertenMazedonier seien die äußeren Wunden zwar verheilt, der Mann sei aberpsychisch sehr beeinträchtigt, sagte Justizsprecherin MargareteNötzel am Mittwoch. Die drei Schweizer müssen sich seit dieser Wochevor dem Landgericht München I verantworten. Die Anklage wirft ihnenMordversuch und gefährliche Körperverletzung vor. Die damals 16-Jährigen sollen im Sommer 2009 in der Münchner Innenstadt wahllosfünf Passanten brutal zusammengeschlagen haben – aus reiner Lust amPrügeln.

Der Mazedonier traue sich so gut wie überhaupt nicht mehr auf dieStraße, erläuterte Nötzel. Er sei in psychotherapeutischerBehandlung. Der Mann, der auch Nebenkläger ist, hatte wie zwei andereOpfer am Dienstag als Zeuge ausgesagt. Der Prozess findet zum Schutzder jugendlichen Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeitstatt. Mike, Ivan und Benjamin schwiegen bisher zu den Vorwürfen.

Nötzel sagte, es sei riskant, nichts zu sagen – die Jugendlichenverbauten sich dadurch die Möglichkeit einer Entschuldigung. Bei denersten drei Zeugen hätten die Angeklagten diese Chance vertan, weildie Zeugen schon gehört wurden. Am Mittwoch sollten zwei weitereOpfer der nur zehnminütigen Prügelorgie gehört werden: einGeschäftsmann aus Ratingen (Nordrhein-Westfalen) und ein Student. DerRatinger Versicherungskaufmann nimmt ebenfalls als Nebenkläger an demVerfahren teil.

dpa

 

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