München nur noch für Reiche? Eine Luxuswohnung für 26.000 Euro - pro Quadratmeter!

Computergenerierte Bilder des Bauträgers illustrieren, wie das Bavaria Palais einmal aussehen soll. Foto: Concept Bau

Dass die Münchner Immobilien immer teurer werden, ist allgemein bekannt. Eine Wohnanlage an der Theresienwiese erreicht nun allerdings komplett neue Sphären.

Ludwigsvorstadt - In dem Gebäudekomplex am Bavariaring, welcher derzeit gebaut wird, entsteht Luxus pur: Beispielsweise eine Fünfzimmerwohnung für 25.995 Euro - und zwar pro Quadratmeter! Knapp vier Millionen Euro zahlt der Käufer dann für 150,8 Quadratmeter Wohnfläche.

Damit übersteigt der Preis sogar den Luxus-Hammer aus dem vergangenen Jahr, von dem die AZ ebenfalls berichtete: In den Glockenbachsuiten in der Isarvorstadt musste der Käufer damals "nur" 22.093 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche hinlegen.

Die stetig steigenden Mondpreise kommen nicht von ungefähr: Sowohl die Glockenbachsuiten als auch das Neubauprojekt an der Theresienwiese mit dem schönen Namen Bavaria Palais ist ein Projekt der Concept Bau GmbH, die sich mit Luxusimmobilien gut auskennt.

Bereits im September hatte "Concept Bau"-Geschäftsführer Emmanuel Thomas bekannt gegeben, dass von den 89 Wohnungen am Bavariaring schon 40 Prozent verkauft sind: „Die Nachfrage ist beachtlich. Insbesondere aufgrund der Lage im angesagten Stadtteil Ludwigsvorstadt und mit Blick auf die Theresienwiese und in den oberen Stockwerken auf die Alpen ist das Projekt sehr beliebt bei Käufern“, so Thomas. Am heutigen Mittwoch bot das Unternehmen noch 16 Wohnungen zum Verkauf an. 2018 sollen die 89 Ein- bis Fünfzimmerwohnungen fertiggestellt sein.

Ein absolutes Highlight soll die Dachterrasse des Penthouse werden. Bild: Concept Bau

Concept Bau wirbt bei Investoren mit steigenden Immobilienpreisen

Wer die Käufer dieser Luxusdomizile sind, ob gut betuchte Münchner oder Investoren aus dem In- oder Ausland, die die Wohnungen als reine Geldanlage betrachten, dazu hält sich der Bauträger bedeckt. Auf AZ-Anfrage wollte das Unternehmen aktuell keinerlei Stellung beziehen.

Die Richtung allerdings ist offensichtlich: So gab Concept-Geschäftsführer Emmanuel Thomas jüngst in einer Pressemitteilung bekannt, die Nachfrage nach Immobilien werde das Angebot langfristig deutlich übersteigen und damit die Preise auf dem Immobilienmarkt nach unten absichern. "Der Boom wird sich im laufenden Jahr und auch 2017 fortsetzen", so Thomas. Angesichts der neusten Stadtentwicklungszahlen könnten sich alle Immobilienbesitzer und potenzielle Käufer in München auf weiterhin stabile und steigende Preise freuen, so das Credo.

Concept Bau hatte errechnet, dass in München bis 2030 etwa zwischen 100.000 und 160.000 Wohnungen fehlen. Andere Erhebungen hätten gleichzeitig gezeigt: Münchens Flächenkapazität reiche nur noch für 62.000 Wohneinheiten – dann habe die Stadt keinen Platz mehr, so die Aussage von Concept Bau. Allein in den nächsten 15 Jahren würden Prognosen zufolge rund 50.000 Wohnungen fehlen.

Lesen Sie hier: Deutscher Immobilienmarkt im Dauerboom

Emmanuel Thomas' Einschätzung: Bis 2030 steigt Münchens Einwohnerzahl auf geschätzt gut 1,7 Millionen Menschen, die alle irgendwo leben und arbeiten müssen. Zudem zieht es hochqualifizierte Arbeitskräfte zu internationalen Unternehmen in der Stadt, die entsprechend hochwertige Büroflächen in innerstädtischen Lagen gewöhnt sind. "Dadurch wird der Nachfrageüberhang nach hochwertigen Gewerbeflächen zunehmen. Das verstärkt den Druck auf den Wohnungsmarkt zusätzlich, weil die Flächen nur einmal bebaut werden können“, so Thomas.

Durch die Kombination aus Zuzug, geringem Neubau und begrenzten Kapazitäten sieht der Geschäftsführer bei den Immobilienpreisen weiteren Spielraum nach oben:  "Die Investoren profitieren von soliden Wertzuwächsen", so Thomas.

Für diese ist es eine gute Nachricht. Für diejenigen, die bezahlbaren Wohnraum brauchen, ist es eher eine Hiobsbotschaft.
 

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