München Kamera zerstört: Neonazi muss ins Gefängnis

Neonazi Philipp Haselbach wurde zu drei Monaten Haft verurteilt. Foto: jot

MÜNCHEN - Keine Milde mehr: Philipp Hasselbach wurde wegen Sachbeschädigung zu einer Haftstrafe verurteilt. Der 21-jährige Neonazi beschädigte beim Begräbnis eines Gesinnungsgenossen die Kamera eines Fotografen, muss drei Monate in den Knast.

 

Justitia zieht die Reißleine: Nachdem bei PhilippHasselbach (21), Kopf der„Freien Nationalisten München“,auch sieben Vorstrafenkein Umdenken gebracht haben,muss der Neonazi nun inden Knast. Wegen „rechtsradikalmotivierter Straftaten“ wie Volksverhetzung, VerwendungverfassungsrechtlicherKennzeichen und Beleidigungenhatte Hasselbach unter anderemauch eine Freiheitsstrafe(zwei Jahre) zur Bewährungkassiert. Solche Mildewollte Amtsrichterin Siebertnicht mehr walten lassen. Sieverurteilte Hasselbach wegenSachbeschädigung zu drei MonatenHaft. Ohne Bewährung.

Hasselbach hatte zugegeben,dass er am 26. Juli 2008„irgendwie auf das Objektivdes Fotografen Tobias Bezlerdraufgekommen“ sei. Derhatte bei der Beerdigung desNeonazi-Führers FriedhelmBusse den Trauerzug auf demPassauer Friedhof aufgenommen.Die Vorfälle rund um dieBeerdigung Busses sollenauch ein mögliches Motiv fürden Anschlag auf den damaligenEinsatzleiter und PassauerPolizeichef Alois Mannichlgewesen sein.

Hasselbach gab später noch zu, dass er gezielt auf das ObjektivBezlers getreten sei, weil der den Trauerzug fotografierte.Der Fotograf wurdederweil von einer 30-köpfigenGruppe meist von hinten getreten.Erst einem Polizistengelang es mit Pfefferspray denJournalisten rauszuholen.„Man hat mir unter anderemRippen gebrochen, die Schürfwundeam Bauch habe ich bisheute“, so Bezler.

"Lehrstelle des Abartigen"

Eine juristische Niederlage setzte es auch für die rechteWählervereinigung „Pro München“: Das Landgericht entschiedzwar, dass das Verfahren gegen ihren Sprecher RüdigerSchrembs gegen eine Geldauflagevon 2100 Euro eingestelltwird, weil sich dieser beiseinen Opfern entschuldigthat. Er hatte die Koordinierungsstellefür gleichgeschlechtlicheLebensweisenals „Lehrstelle des Abartigen“bezeichnet.

jot

 

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