München Gastro-Oscar für Innegrit Volkhardt

Innegrit Volkardt leitet den Bayerischen Hof seit 1992 Foto: dpa

Eine große Ehrung, ein politisches Bekenntnis und eine bewegte Dankesrede: Die Chefin des Bayerischen Hofs Innegrit Volkhardt ist mit der Brillat Savarin-Plakette – dem Oscar der Gastronomie – ausgezeichnet worden. OB Ude und Thomas Gottschalk gratulierten.

Verliehen wurde die Medaille der Food & Beverage Managment Association im Festsaal des Bayerischen Hofs. 250 Gäste (darunter Edmund Stoiber, Christian Ude, Thomas Gottschalk, Tengelmann-Milliardär Erivan Haub und Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer) feierten und dinierten mit der 43-jährigen Unternehmerin.

Roger Willemsen moderierte die Verleihung und hieß die Gäste „im siebten Himmel der Gastlichkeit“ willkommen. Gewürdigt wurde die unternehmerische Leistung von Volkhardt, die 1992 – nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters Falk – die Leitung des Hotels am Promenadeplatz übernommen hatte. „Sie haben ein Ausrufezeichen hinter die Aussage gesetzt, dass Frauen nicht nur in der Lage sind, ein Unternehmen zu führen: Sie sind prädestiniert dazu“, sagte Michael Bläser im Namen des Stiftungsrats der Association.

Oscarreife Dankesrede

Es folgte ein – in dieser Form unerwartet klares – Bekenntnis von Christian Ude zum Bayerischen Hof als Tagungshotel der Münchner Sicherheitskonferenz: Nachdem diese wirklich zu einer Friedens- und Dialog-Veranstaltung geworden sei, „sind wir sehr daran interessiert, dass sie hier im Bayerischen Hof bleibt“, führte der OB in seiner Laudatio aus. Der Oberbürgermeister lobte die „Bescheidenheit und Diskretion“ von Volkhardt. Sie lieferte in ihrer Ansprache den Beweis dafür. In einer oscarreifen Dankesrede gestand sie sichtlich bewegt, wie unangenehm ihr das sei, dass sie nun im Mittelpunkt stehe.

Sie dankte ihrem verstorbenen Vater Falk, der die Auszeichnung vor 23 Jahren ebenfalls erhalten hatte und erinnerte daran, dass der Festakt an dem Tag stattfindet, an dem ihr Vater Geburtstag hatte und der Bayerische Hof vor 65 Jahren fast komplett durch Bomben in Schutt und Asche gelegt worden war.

Volkhardts Lieblingsbeschäftigung: Umbauen

Daneben dankte sie ausdrücklich ihrer Mutter und ihrem Lebensgefährten Norbert Sigl für die Unterstützung in den Jahren, in denen sie im Bayerischen Hof nach eigenen Worten ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgegangen ist: dem Umbau. Sigl saß glücklich neben ihr und posierte geduldig für die Fotografen – Paarfotos mit Seltenheitswert.

Georg Thanscheidt

 

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