München Erste Frau auf dem Nockherberg? Die multiple Barnabella

Luise Kinseher als "Bavaria" Foto: dpa

MÜNCHEN - Kabarettistin Luise Kinseher wäre die erste Frau auf der Starkbier-Kanzel am Nockherberg. Doch die Mönchskutte ist nicht die einzige Rolle, die die 41-Jährige derzeit trägt

 

Als erste Frau auf dem Nockherberg wird Paulaner am Dienstag wahrscheinlich die Kabarettistin Luise Kinseher vorstellen. Gemunkelt wurde das schon lange. Doch: Wer ist diese Kinseher eigentlich?

Bayerin: Zuerst einmal eine echte Niederbayerin. Geboren in Geiselhöring, Studium in München: Germanistik, Theaterwissenschaften und Geschichte. Den altbairischen Dialekt beherrscht die 41-jährige Kinseher fließend – eine wichtige Voraussetzung als Salvatorpredigerin.

Kabarettistin: Derzeit tourt sie mit ihrem fünften Soloprogramm durch das Land. Als politische Kabarettistin ist sie weniger in den Vordergrund getreten. Doch wie Vorgänger Lerchenberg wird Kinseher sich wohl einen Co-Autor für die Bußpredigt nehmen.

Schauspielerin: In „Beste Zeit“ von Markus H. Rosenmüller spielte sie, ebenso in „Vorne ist verdammt weit weg“ neben Frank-Markus Barwasser. Bekannt wurde sie durch „München 7“, aber auch durch „Tatort“ und „Café Meineid“.

Favoritin: Neben Bully Herbig war nur Kinseher als Predigerin im Gespräch. Die Debatte heizte sie zum Teil selbst an. In einer BR-Sendung beantwortete Kinseher die Frage, ob sie gerne ins Barnabass-Gwand schlüpfen würde, kurz und prägnant: „Ja“. Und weiter: „Der Nockherberg hat halt einfach eine unglaubliche Beachtung, ich glaube, es gibt keine Sendung, wo Kabarett gemacht wird, die so viel angeschaut wird wie der Nockherberg.“

Revoluzzerin: Rumdümpeln war nie etwas für Kinseher. 1999 gewann sie das Passauer Scharfrichterbeil, eine Nachwuchsauszeichnung, den vorher schon Hape Kerkeling, Günter Grünwald und Urban Priol gewonnen haben. Als erste Frau auf dem Nockherberg betritt sie wieder Neuland. Ihr sei klar, dass der Nockherberg bisher „eine absolute Männerdomäne“ sei.

Nockherbergerin: Das Derblecken ist für Kinseher kein ganz frisches Pflaster. Bereits 2009 stand sie als Bavaria im Singspiel auf der Bühne. Zusammen mit Helmut Schleich als Franz Josef Strauß und Franziska Janetzko als Weißwurst suchte sie den Superpolitiker – und bekam viel Lob.

Barnabella: Die große Frage, die zu klären ist: In welcher Rolle wird Kinseher auf die Salvator-Kanzel steigen? „Ich tendiere zu Barnabella, Barna-Barbie oder vielleicht auch Paulaner-Paula“, sagte sie vorab.

Erbin: Salvatorprediger treten automatisch in große Fußstapfen. Michael Lerchenberg war nach einem KZ-Vergleich in diesem Frühjahr zurückgetreten. Davor hatten Django Asül, Bruno Jonas oder Walter Sedlmayr die Politiker derbleckt.

Gutmensch: Ihr aktuelles Kabarett heißt zwar „Einfach reich“, doch Kinseher tritt auch für hilfsbedürftige Kinder auf. Zuletzt im Rahmen der Aktion „Hilfe für Kids“ unter der Schirmherrschaft von Andreas Giebel.

Multiple Person: Sich zu duplizieren ist Kinsehers Stärke: In „Einfach reich“ wechselt sie zwischen Frauen-Typen, dass dem Zuschauer nur so der Kopf flirrt. Dafür gab es von der AZ den „Stern der Woche“. Ihre aktuellen Vorstellungen sind fast ausgebucht. Für den 14. Dezember in Pullach und den 23. Dezember im Münchner Lustspielhaus gibt es noch Tickets. A. K. Koophamel

 

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