München Die letzten Tage der Bierstüberl

„Kommt das absolute Rauchverbot, trinken viele Gäste ihr Bier zuhause“: Wirt Peter Wottrich im St.-Pauls-Stüberl würde lieber die aktuelle Regelung beibehalten. Foto: Gregor Feindt

Die kleinen Kneipen in der Stadt warten auf den Volksentscheid: Wenn das Rauchverbot kommt, ist das bestimmt ihr Ende.

 

MÜNCHEN Für das St.-Pauls-Stüberl könnte das absolute Rauchverbot das Ende sein. Vorhänge verdecken die Fenster der kleinen Kneipe an der Theresienwiese. Drinnen an der Theke: Zwei Männer, eine Frau, alle ziehen an ihren Zigaretten. Wie immer. „97 Prozent meiner Gäste sind Raucher“, sagt Wirt Peter Wottrich.

Er befürchtet, dass viele einfach nicht mehr kommen, wenn in seinem Stüberl nicht mehr geraucht werden darf. Das Stüberl hat einen Raum mit einer Fläche von etwa 70 Quadratmetern – laut aktuellem Gesetz darf Wottrich seinen Gästen das Rauchen deshalb erlauben (weitere Ausnahmen zum Rauchverbot siehe unten).

Zu essen gibt es bei ihm nur Kleinigkeiten. Dem Wirt wäre es am liebsten, wenn alles so bleibt, wie es ist. „Wer nicht in eine Raucherkneipe will, geht halt woanders hin. Das ist optimal so“, sagt Wottrich.

Vor allem die kleinen Boazn wie das St.-Pauls-Stüberl würde das absolute Rauchverbot hart treffen. „Wir leben hauptsächlich von den Getränken“, sagt Wottrich. Und zur Halben für drei Euro gehört für seine Stammgäste die Zigarette. „Die drei, vier Nichtraucher stört der Rauch nicht.“ Für ihn wäre ein Rauchverbot nicht nur schlecht fürs Geschäft, sondern vor allem ein Eingriff in die Freiheit. „Das, was der Staat macht, ist doch Gängelei. Da können sie doch gleich das Bier verbieten“, meint Wottrich.

In der Fraunhoferstraße fürchtet man noch ganz andere Probleme. Müsste Bernhard Kozic, Wirt im „Flaschenöffner“, das Rauchen drinnen verbieten, würde eben vor seinem Lokal weitergequalmt. „Dann haben alle schlechte Karten“, sagt er. Gerade im Sommer würde der Lärm der Raucher auf dem Gehweg die Anwohner stören. „Die haben kleine Kinder, müssen morgens früh raus“, sagt Kozic, dessen Kneipe bis um fünf Uhr in der Früh geöffnet hat.

Was er befürchtet: Kommt das absolute Rauchverbot, bleiben viele seiner Gäste weg und trinken ihr Bier zuhause. „Die, die noch kommen und ständig rein- und rausgehen, trinken dann viel weniger“, sagt Kozic. „Das Rauchverbot wäre eine absolute Katastrophe.“ Schließlich gibt es schon jetzt wegen der lärmenden Kneipengänger im Glockenbachviertel genug Ärger für die Wirte.

Doch das Problem ließe sich nach Meinung von Wirt Bernhard Kozic leicht lösen: Man müsste einfach die aktuelle Regelung beibehalten. „Das stört doch keinen, es kommen auch Leute zu mir, die nicht rauchen.“

Irgendwie wäre doch alles ganz einfach. C. Landsgesell

 

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