München Der Fall Sepp Krätz: Hier spricht Ude von Abmahnung

Christian Ude (63), Münchner OB: Ich halte es spätestens seit Tschernobyl für das Gebot, auszusteigen. Der erste Schritt muss sein, alte Meiler stillzulegen, der nächste, dass man am Ausstieg festhält und den Druck erhöht, erneuerbare Energien auszubauen. München zeigt, dass es geht. Foto: dpa

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude geht mit Hippodrom-Wirt Sepp Krätz hart ins Gericht. Allerdings:An einen Entzug der Zulassung für die Wiesn ist derzeit nicht gedacht. Jedenfalls noch nicht. Was Ude im AZ-Interview sagt...

 

AZ: Herr Ude, Sie haben in Ihrer Rede beim Wiesn-Festakt harte Worte in Richtung Sepp Krätz geschickt. Es geht um den Verdacht, er sei zu Kellnern handgreiflich geworden.

CHRISTIAN UDE: Ja, mich ärgert, dass auf die so schöne Jubiläumswiesn im Nachhinein ein solcher Schatten fällt. Wir hatten so schönes Wetter, eine tolle historische Wiesn und eine Rückbesinnung. Da ärgert mich das umso mehr, dass uns jetzt diese Nachwirkungen so beschäftigen.

Haben Sie mit Krätz geredet?

Nein, das geht auch nicht, weil ich auf die offizielle Stellungnahme von ihm warte. Dann wird man sehen.

Wie stehen Sie im Moment zur Causa Krätz?

Tolerabel ist es nicht, wenn sich der Verdacht gegen ihn erhärtet. Sollte er seine Mitarbeiter so behandelt haben, finde ich das nicht richtig. Es gibt auch Beschwerden von Gästen aus dem Hippodrom, die der Stadt vorliegen. Die fühlen sich über den Tisch gezogen.

Wie geht es weiter?

Krätz muss nach allem, was es an Beschwerden gab und gibt, sehr aufpassen. Wobei ich auch sehe, was er aus dem Hippodrom gemacht hat. Es war ein heruntergekommenes Zelt, das er aufgebaut hat. Das macht sein Verhalten aber nicht tolerabel.

Was wären mögliche Folgen?

Wenn sich die Beschwerden bestätigen, kann es sein, dass es eine Abmahnung ergibt.

Erwägen Sie, ihm die Wiesn-Zulassung zu verweigern?

Dafür sind die Vorwürfe nicht ausreichend.

Interview: A. K. Koophamel

 

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