München Datenskandal im Münchner Wahlamt noch schlimmer

Illustration Foto: dpa

MÜNCHEN - Wahlamt: Die Adressen von Briefwählern wurden offenbar seit Jahren weitergegeben

 

Der Datenskandal im Wahlamt weitet sich aus. Offenbar wurden nicht nur die Adressen von Briefwählern bei der Europa- und Bundestagswahl 2009 an Adresshändler verkauft. „Die Weitergabe von Umschlägen von Briefwahlanträgen entspricht offenbar einer langjährigen geübten Praxis einzelner Mitarbeiter“, sagte KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle am Freitag auf eine Anfrage der FDP.

Wie berichtet, waren Tausende private Anschriften in den Adresshandel gelangt. Die Firma MTM-Lübeck bot im Frühjahr verschiedenen Unternehmen Adresslisten von Münchnern, die 2009 per Brief gewählt hatten, für gezielte Kundenwerbung zum Kauf an. Darunter die Adressen von Kabarettist Dieter Hildebrandt oder Fernsehmoderatorin Milena Preradovic. Die Firma hatte die Umschläge vom Berchmannskolleg der Jesuiten, der Orden wiederum bekam sie vom Wahlamt der Stadt, um die Briefmarken für wohltätige Zwecke abzulösen.

Laut KVR-Chef Blume-Beyerle habe OB Christian Ude erstmals am 8. Juni von dem Fall erfahren. Die Staatsanwaltschaft ermittle. job

 

0 Kommentare