München Das Strafgesetzbuch rauf und runter

Das Muster der auch als "Geschäftsführer-Trick" bekannten Masche erinnert an den häufig an Senioren verübten "Enkeltrick". Foto: dpa

MÜNCHEN - Wüste Beschimpfungen, Tritte und Schläge - immer wieder ist ein 29-jähriger Münchner bei der Polizei unangenehm aufgefallen. Seit gestern muss er sich für eine ganze Reihe von Straftaten verantworten.

 

An viel erinnern kann er sich nicht, aber was die Anklage vorträgt, erscheint ihm plausibel. Sebastian F. (29) ist in den letzten zwei Jahren immer wieder unangenehm aufgefallen - vor allem der Polizei. Den Anfang machte am 16. Mai 2008 ein Saufgelage zu Hause in der Thalkirchener Straße. Eine Bekannte alarmiert schließlich die Polizei. Als die Beamten klingelten, floh Sebastian F. über den Balkon in die benachbarte Wohnung. Dort stahl er Tabak, Hülsen und ein Handy bevor er festgenommen wurde. Sebastian F. gibt alles zu, aber: „Das Handy habe ich nur genommen, damit sie nicht noch einmal die Polizei ruft“, erklärt er gestern vor Gericht.

Damit beginnt eine lange Reihe von Übergriffen und Widerstandshandlungen. Hausfriedensbruch, Raub, gefährliche Körperverletzung, Bedrohung und beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte wirft ihm die Stzaatsanwaltschaft vor. Fast möchte man meinen, der 29-Jährige hätte versucht, so viele Stratftabestände wie möglich zu erfüllen.

Unter anderem sprang er am 11. Juli 2008 auf der Flucht vor der Polizei in den Isarkanal an der Tierparkstraße. Als man ihn rauszog, trat er nach den Polizeibeamten. Es blieb nicht das letzte Mal, die Anklage zählte sechs bis sieben ähliche Delikte auf. Neben Faustschlägen und Tritten, beleidigte Sebastian F. die Beamten auf das Übelste.

Bauarbeiter wurden mit eienr Flasche beworfen, eienm Nachbarn zerbeulte er mit einem Tritt das Auto. Als dieser es wagte, ihn daruf anzusprechen, hatte er die Faust im Gesicht. Dass er den Bogen überspannt hat, weiß Sebastian F. spätestens seit dem 18. Mai. Seitdem sitzt er in U-Haft. Der Prozess dauert an.

 

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