München Christopher-Street-Day: Zwischen Party und Politik

Schrille Gestalten auf dem Münchner CSD. Foto: dpa

30 Jahre Christopher-Street-Day in München: Am dritten Juli-Wochenende feiern Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender eine große Jubiläumsparty und erinnern an die Anfänge. Wie das Plakat für den CSD 2010 aussieht, entschied jetzt ein Wettbwerb.

 

MÜNCHEN Längst ist der Christopher-Street-Day (CSD) mit seiner bunten Parade und den vielen Partys ein festes Datum im Münchner Veranstaltungskalender. Angefangen hat es 1980 ganz anders. Daran erinnern die Veranstalter, wenn sie am dritten Juliwochenende das 30. Jubiläum des CSD feiern. Das Motto: „Deine Stadt. Deine Community. Deine Freiheit.“ Gestern gab es schon mal das Plakat zu sehen, entworfen von Schülern der Designschule München.

80 Vorschläge gingen ein, am Ende entschied sich die Jury für den Entwurf der Jungdesigner Natalie Rauh, Filip Triner und Wolfgang Haas. CSD-Sprecherin Rita Braaz: „Man erkennt unsere Community, skizzenhaft in ihrer Vielfalt. Die Regenbogenfahne erinnert an die Demos und das Rathaus steht nicht nur für München, sondern auch für die politischen Anliegen.“

Am 17. und 18. Juli ist es heuer soweit: Dann feiern Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender den CSD. Einer der Höhepunkte wird wieder die Parade am Samstag, 17.Juli sein. Schrille Outfits sind garantiert und an keinem anderen Tag wird in München so ausgelassen gefeiert. Doch neben der Show geht es beim CSD auch um etwas ganz anderes: Um mehr Toleranz und Rechte. Schließlich erinnert die Parade an den 28. Juni 1969, als sich New Yorker Homosexuelle erstmals massiv gegen die ständigen Kontrollen, Razzien und Demütigungen durch die Polizei wehrten.

In München zogen Schwule und Lesben zum ersten Mal 1980 durch die Straßen, um für ihre Rechte zu kämpfen.

„Es war eine Szene-Protest-Demo mit hundert Teilnehmern“, erklärt Thomas Niederbühl, Stadtrat der Rosa Liste und politischer Sprecher des CSD München. „Keiner hätte damals gedacht, was sich daraus in 30 Jahren entwickeln würde.“ Doch er verweist auch auf Missstände. „Mehr als 50 Prozent aller Homosexuellen gehen im Job nicht offen mit ihrer Sexualität um, unter Jugendlichen ist ,schwul’ das häufigste Schimpfwort“ beklagt Niederbühl. „Ein schwuler Außenminister und die Homo-Ehe garantieren noch keine gesellschaftliche Gleichstellung.“

V. Assmann

 

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