München Bruchlandung von Kleinflugzeug: Landebahn gesperrt

Notlandung am frühen Morgen am Münchner Flughafen Foto: Georg Barth

MÜNCHEN - Nacheinander fielen die Triebwerke der Cessna aus, sie stürzt in den Schnee. Aus dem Wrack steigen der Flugkapitän (38) und sein Copilot (45) aus Hannover vollkommen unverletzt.

 

Nur um Haaresbreite sind zwei Piloten eines Ambulanzfluges am Dienstagmorgen am Tod vorbeigeschrammt. Während des Anflugs auf den Airport München fielen nacheinander die beiden Triebwerke der Propellermaschine aus. Die Cessna krachte etwa 100 Meter vor der Landebahn in eine schneebedeckte Wiese.

Der 38-jährige Flugkapitän und sein Copilot (45) waren in der Nacht in Hannover (Niedersachsen) gestartet, um in München ein Organ für eine Transplantation an einer Uniklinik abzuholen. Gegen zwei Uhr meldete sich der Pilot über Funk beim Tower des Münchner Airports und meldete den Ausfall eines seiner beiden Triebwerke. Wenig später fiel auch der zweite Motor der Cessna vom Typ 425 Conquest aus.

Der Tower löste Alarm aus. Sofort gingen Flughafenfeuerwehr und Rettungsdienst entlang der südlichen Landebahn in Stellung.

Der Pilot der Turboprop setzte im Gleitflug zur Notlandung an. Doch die Cessna schaffte es nicht mehr ganz bis zur Landebahn. Etwa 100 Meter vor dem Asphaltband krachte der Ambulanzflieger in der Dunkelheit in eine verschneite Wiese. Die Maschine schoss über den Schnee und blieb schließlich völlig demoliert liegen.

Pilot und Copilot blieben bei der Bruchlandung glücklicherweise unverletzt, wie ein Flughafensprecher mitteilte.

Die Cessna wurde bei der Notlandung stark beschädigt. Laut Angaben eines Polizeisprechers dürfte der Sachschaden zwischen drei und vier Millionen Euro betragen. Das Flugzeug wurde mit Hilfe eines Krans geborgen und in einen angrenzenden Hangar gebracht. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig hat sich in die Ermittlungen eingeschaltet. Noch am Dienstag trafen Experten in München ein, die die Maschine untersuchen sollen.

Über die Unglücksursache liegen derzeit noch keine Informationen vor. Ob ein technischer Defekt vorlag, oder der Treibstoff ausging, müssen die Experten klären. Auch ein Fehler des Piloten lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausschließen.

Die südliche Start- und Landebahn des Münchner Flughafens war wegen der Bergungsarbeiten bis kurz nach 6 Uhr gesperrt. Der übrige Betrieb auf dem Flughafen war durch die Bruchlandung nicht sonderlich beeinträchtigt.

Der Transport des Spenderorgans nach Norddeutschland organisierte der Flughafen München am Dienstagmorgen mit Hilfe einer Ersatzmaschine.Ralph Hub

 

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