München Bombenalarm in Milbertshofen

Eine Bombe wie diese ist in Giebelstadt gefunden worden Foto: Petra Schramek

In der Hanselmannstraße: Bauarbeiter entdecken eine 260-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Polizei evakuiert – 75 Bewohner müssen ihre Wohnungen verlassen

 

MÜNCHEN Die kleine Zoe hatte sich schon auf den Mittagsschlaf nach dem Spielpaltz gefreut. Doch die Ruhepause verdarben ihr 260 Kilo hochexplosives TNT.

Am Donnerstagmorgen hatten Bauarbeiter an der Hanselmannstraße Ecke Schopenhauerstraße mitten in Milbertshofen ein 450 Kilo schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Kurze Zeit später rückte die Polizei an und räumte die Häuser im Umkreis von 100 Metern. Auch die 16 Monate alte Zoe und ihre Mutter Sabine Arbter (28) konnten nicht nach ihrem Ausflug zum Spielplatz nicht mehr nach hause. Polizeibeamte brachten sie ins Kulturzentrum Milbertshofen. Dort wurden sie von Rettungsdiensten betreut, auch rund 20 weitere evakuierte Anwohner warteten dort auf die Entschärfung der Bombe. Insgesamt mussten 75 Menschen ihr Heim vorübergehend verlassen. 150 Beamte der Polizei kamen dabei zum Einsatz. Nicht betroffen von der Sperrung waren die Mitarbeiter des BMW-Werks und der Verkehr auf dem Mittleren Ring.

Gegen 14.15 Uhr konnte Sprengmeister Josef Beier (58) Entwarnung geben. Eine halbe Stunden brauchte der erfahrene Spezialist, um den Blindgänger, der im Weltkrieg wohl das BMW-Werk treffen sollte, zu entschärfen. Der Zünder habe tief in der Bombe gesteckt, „das war nicht ganz einfach den rauszuholen“, erklärte Beier.

Drei Wochen zuvor hatte der Sprengmeister bereits einen Blindgänger am Münchner Hauptbahnhof unschädlich gemacht. Damals stand der Bahnverkehr für eine Stunde still. Auch die Bombe in Milbertshofen war voll funktionsfähig und hätte jederzeit hochgehen können.

Erst vor wenigen Wochen hatten die Bauarbeiter an der Hanselmannstraße ihre Arbeit aufgenommen. Dort soll ein Apartmenthaus entstehen. Mit der unangenehmen Überraschung hatten sie nicht gerechnet. Ebenso wenig die ahnungslosen Anwohner.

„Wie waren total überrascht“, sagt Sandra, die direkt neben dem Fundort in einer Studenten-WG wohnt. Nach zwei Stunden Warten war dann alles vorbei. Und Baby Zoe konnte zuhause ihren Mittagsschlaf nachholen. rke

 

0 Kommentare