München 130 Millionen: Die Messe muss gewaltig sparen

Eine der größten Münchner Messen: Die Bauma Foto: Gregor Feindt

Zuschuss von Stadt und Land fällt künftig weg. Jetzt steht alles auf dem Prüfstand

 

MÜNCHEN Erst hat er geschluckt, dann hat er die Belegschaft informiert – und jetzt stellt Messechef Klaus Dittrich mit einer neunköpfigen Taskforce die Messegesellschaft auf den Kopf, um sie finanziell auf feste Beine zu stellen. Denn: Ihm fehlen für die Zukunft 130 Millionen Euro, weil die Eigentümer Stadt und Freistaat den Zuschuss drastisch kürzen. Dittrich: „Die Messe steht vor einem kulturellen Wandel, weil es ab 2014 den schützenden Schirm der Gesellschafter nicht mehr gibt. Wir werden es schaffen!“

Im Zusammenhang mit der komplizierten Finanzierung des Neubaus in Riem sollte die Messe bis zum Jahr 2018 noch zusammen 180 Millionen Euro Zuschüsse von den Eigentümern bekommen. Doch die sind selbst klamm. Deshalb zahlen sie bis zum Jahre 2013 zusammen nur noch 50 Millionen Euro. Dann ist Schluss.

„Wir wollen diese Finanzlücke schließen, indem wir die Profitabilität noch einmal erhöhen“, gibt sich Dittrich zuversichtlich. Dabei hat er fünf Felder vorgegeben, um die Messe neu aufzustellen: Alle Veranstaltungen werden überprüft, ob sie profitabel sind – sonst werden sie verkauft oder beendet. Es sollen weltweit neue Messen und Veranstaltungen nach München geholt werden (die müssen ab dem dritten Jahr profitabel sein). Zuletzt war das die Intersolar, die von zwei auf zehn Hallen gewachsen ist. Die gesamte ausladende Konzernstruktur und die Arbeitsabläufe werden untersucht. Da gebe es Doppelarbeit und effizientere Abläufe. Schließlich werden Marketing, Presse und Werbung optimiert. Dittrich: „Das ist eine Riesenchance.“

Dabei wird auch die Zahl der 600 Mitarbeiter (Kosten: 40 Millionen Euro) reduziert. Dittrich will das „sozialverträglich“ lösen, kann aber betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen. W. Bock

 

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