Müller, Vidal, Martínez Das 1:2 gegen Real: Eine Pleite, drei Gesichter

Drei unglückliche Gestalten: Thomas Müller, Arturo Vidal und Javi Martínez (von links). Foto: imago/Annegret Hilse, Minkoff/Augenklick, firo/Augenklick

Arturo Vidal, Javi Martínez und Thomas Müller sind die Hauptdarsteller bei Bayerns schwacher Leistung gegen Real. Die AZ erklärt, was bei ihnen schief lief. Müller: "Wir sind froh, dass es beim 1:2 geblieben ist."

 

München - Das Spanien-Trauma, es ist nicht wegzureden in den Tagen nach der 1:2-Heimschlappe der Bayern gegen Real Madrid. Es droht das vierte Aus hintereinander gegen Teams aus der spanischen Primera Division: 2014 gegen Real Madrid, 2015 dann gegen den FC Barcelona und letzte Saison gegen Atlético Madrid.

Der Filmriss vom Mittwochabend, als die Bayern nach hervorragender erster Halbzeit zunächst den Faden verloren und dann regelrecht kollabierten, hat drei Gesichter. Mit zwei Allerweltsfrisuren und einem Irokesen-Schnitt. Javi Martínez, Thomas Müller und Arturo Vidal – die drei traurigen Gestalten von Fröttmaning, die man für lange Zeit mit dieser Heimpleite in Verbindung bringen wird.

Arturo Vidal (29)

Der Chilene hatte zunächst das 1:0 per Kopf ins Netz torpediert – ohne Rücksicht auf seinen akkuraten Hahnenkamm auf dem Haupt. Als es kurz vor der Pause einen unberechtigten Handelfmeter gab, trat "King Arturo", so nennt er sich bei Twitter, an. Was auch so abgesprochen war. Schließlich fehlte Robert Lewandowski, Elfmeter-Schütze Nummer eins, verletzt. Laut Carlo Ancelotti war Vidal vorgesehen und "Robben die Nummer zwei".

Nachvollziehbar, schließlich hatte der Mittelfeldchef der chilenischen Copa-América-Sieger von 2016 eine gute Bilanz vom Punkt: Sechs Treffer bei sechs Versuchen in der Bundesliga, sechs von sieben in der Königsklasse. Macht 92 Prozent Trefferquote.

Half nichts. "Vidal hat Qualität und Persönlichkeit, aber so etwas passiert im Fußball", nahm ihn sein Trainer in Schutz. "Wenn wir mit 0:2 in die Pause gehen, ist es ein anderes Spiel", sagte Real-Coach Zinedine Zidane. Hätte-Hätte-Fehlerkette.

Javi Martínez (28)

Für den Spanier, einen der besten, weil konstant guten Bayern-Profis der Saison, war es ein rabenschwarzer Abend. Erst kam Martínez beim Ausgleich von Cristiano Ronaldo zu spät (47.), konnte das 1:1 nicht verhindern. Eine knappe Viertelstunde später musste er nach zwei Fouls an der Mittellinie innerhalb von nur drei Minuten mit Gelb-Rot vom Platz.

"Danach ist das Spiel komplett in die andere Richtung gekippt", sagte Thomas Müller. "Ich bin nicht sauer auf Javi wegen der Gelb-Roten Karte", erklärte Ancelotti, "er hat versucht, den Konter von Real zu unterbinden. Er bleibt ein sehr wichtiger Spieler für uns."

Nur leider aus Bayern-Sicht nicht im Rückspiel im Bernabéu. Da fehlt Martínez gesperrt, für ihn wird David Alaba in die Innenverteidigung rücken.

Thomas Müller (27)

A Hund is’ er scho’, der Müller – aber gegen Real war er die ärmste Sau als Ersatz von Torjäger Robert Lewandowski. Müller wieselte von A nach B, war jedoch auf all seinen Wegen ein Fremdkörper im Bayern-Spiel.

Er konnte auch kaum angespielt werden, weil er keine Bälle behauptete. Mit dem Rücken zum Tor, das ist nicht sein Spiel. Schon gar nicht, als Bayern ein Mann weniger war. "Eine halbe Stunde zu zehnt gegen Madrid ist kein Zuckerschlecken", gestand Müller, "wir sind froh, dass es beim 1:2 geblieben ist."

Vielleicht schlägt seine Stunde im Rückspiel – dann wohl als Joker, wenn Lewandowski wieder fit ist. "Wir brauchen kein Fußballwunder, aber eine überragende Leistung", sagte er und gab das Motto aus: "Wir müssen den Kopf hochnehmen und alles versuchen, dann ist auf jeden Fall noch was drin."

 

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