Motorradfahrer stirbt Tödliche Ölflaschen-Anschläge im Allgäu

Ein Motorradfahrer rutscht auf diesem Ölfleck aus und verunglückt tödlich. Foto: Polizei

Ein bislang unbekannter Täter hat auf mehreren Straßen im Unterallgäu mindestens zehn mit Motorenöl gefüllte Flaschen auf die Fahrbahn geworfen - und dadurch einen tödlichen Motorradunfall verursacht.

 

Kempten - Den Ölfleck auf der Straße hat der 37-jährige Motorradfahrer erst im allerletzten Moment gesehen. Wie auf Schmierseife rutschte seine schwere Honda CBR weg – Josef D. hatte nicht die geringste Chance, seine Maschine abzufangen. Der Vater zweier Kinder krachte frontal in ein Auto. Er starb noch an der Unfallstelle. Wer das Öl auf die Straße kippte, ist unbekannt. Die Polizei fand im Umkreis von 20 Kilometern insgesamt elf dieser heimtückischen Biker–Fallen.

„Der Kerl, der das getan hat, muss irre sein“, sagen die Biker vom Motorradclub Unterallgäu. Wobei keiner von ihnen glaubt, dass es der Biker-Hasser auf sie persönlich abgesehen hat. „Der Motorradclub gehört zu uns wie der Feuerwehr- und der Trachtenverein“, betont der Rettenbacher Bürgermeister Alfons Weber. Beschwerden von Anwohnern wegen Motorradlärm oder wildgewordenen Rasern gab es keine, sagt der Rathauschef.

Trotzdem – an einen Zufall glaubt in der Gegend keiner. Nahe Mindelheim und Memmingen und fand die Polizei insgesamt elf Öl-Fallen. Die letzte Montag früh bei Kaufbeuren. Mit Öl gefüllte Wein und Sektflaschen hatte da wer auf dem Asphalt zerschmettert. Zurück blieb ein schmieriger Film mit rasiermesserscharfen Glasscherben.

„Wir wissen noch nicht, wer dahinter steckt, von so einem Vorgang habe ich noch nie gehört“, sagt der Kemptener Polizeisprecher Christian Owsinski. Die Polizei hat eine zehnköpfige Ermittlungsgruppe gebildet. Das Öl und die Glasscherben werden derzeit im Labor der Kriminaltechniker untersucht.

Im Bikerclub sind alle geschockt. Seppi, wie sie ihn dort nannten, war seit 20 Jahren dabei. Seit seinem 18. Geburtstag fuhr der Mechaniker Motorrad. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder, eine Tochter (11) und einen Sohn (5). Die Familie traf die Todesnachricht wie ein Schock. „Der Seppi war kein Raser“, sagen Freunde, „er wusste, wie sehr sich seine Familie fürchtete, dass er verunglücken könnte.“

Am Sonntagnachmittag war er mit seiner roten Honda auf der Straße zwischen Markt Rettenbach und Ottobeuren unterwegs, eine beliebte Biker-Strecke. Gegen 17 Uhr geriet Josef D. in einer Rechtskurve in die heimtückische Falle. Die Maschine schleuderte in den Wagen einer 60-Jährigen. Er erlag an der Unfallstelle seinen schweren inneren Verletzungen.
Nur eine Dreiviertelstunde nach dem tödlichen Unfall meldete sich ein Autofahrer. Ganz in der Nähe hatte er einen weiteren

 

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