Morgens um viertel nach zehn Oralverkehr mitten auf der Maximilianstraße: Paar verurteilt

Das Paar hatte mitten auf der Maximilianstraße Oralsex. Es wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Foto: imago/AZ

Eine 36-jährige Lehrerin und ihr Freund sind vom Amtsgericht München wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verurteilt worden. Das Paar hatte in der Maximilianstraße morgens um viertel nach zehn Oralsex. Auf der Motorhaube eines fremden Autos.

München - Morgens um viertel nach zehn Uhr am Palmsonntag in der Maximilanstraße. Eine Frau im gelb-schwarzen Kill-Bill-Body zurückgelehnt an einer Motorhaube. Vor ihr, auf Knien, ein Mann, der sie oral befriedigt.

Diese Szene stammt nicht aus einem Film, sie hat sich tatsächlich so zugetragen. Und dem liebestollen Pärchen eine Verurteilung wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses eingebracht. Das Amtsgericht München verurteilte die 36-jährige in München lebende Deutschlehrerin und ihren 47-jährigen Freund zu einer Geldstrafe von 2.500 Euro bzw. 5.100 Euro (Aktenzeichen Aktenzeichen 851 Ds 456 Js 192469/17).

Oralsex auf Motorhaube am Palmsonntag

Das Pärchen saß gemeinsam auf der Anklagebank und beide machten die gleiche Aussage. Sie gaben zu, am Palmsonntag 2017 in der Maximilianstraße unterwegs gewesen zu sein. Der 47-Jährige habe dann aber nur versucht, den Body seiner Freundin an einem geparkten Pkw zu schließen. An dem Body habe sich nämlich ein defekter Druckknopf immer wieder ungewollt geöffnet. Um diese Aussage zu untermauern, hatte das Paar den Body sogar in die Hauptverhandlung mitgebracht.

Ein als Zeuge geladener Taxifahrer allerdings widersprach dieser Version. Er sagte aus, das Paar heftigt knutschend gesehen zu haben. Die Pädagogin habe sich auf die Motorhaube des Autos gelegt und ihren Body geöffnet. Der Angeklagte habe seine Freundin dann drei Mal oral befriedigt. Der Taxler haben dem Paar noch zugerufen: "Hört bitte auf mit eurem Scheiß." Die Frau habe außerdem einen gelb-schwarzen Body getragen und nicht den, den sie dem Gericht präsentiert hatte.

Schielend an der Laterne gelehnt

Ebenfalls als Zeugin geladen war eine Polizistin. Sie gab an, dass beide während des Liebesspiels erheblich alkoholisiert waren. Beide hätten eine verwaschene Aussprache gehabt, der 47-Jährige hielt sich zudem an einer Laterne fest und schielte leicht. Die 36-Jährige habe gewankt, in ihren Mundwinkeln habe sich ein leichter Schaum gebildet.

Diese Aussagen reichten dem Richter, er glaubte den Zeugen und verurteilte das Pärchen. "Die Einlassung der Angeklagten wirkt gewollt und konstruiert", so das Gericht. Zugunsten des Paares wertete der Richter, dass es durch den Alkohol enthemmt war und der Vorfall nicht von mehreren Personen oder gar Kindern wahrgenommen wurde. Zulasten beider Angeklagter wertete das Gericht, dass "die Tat an einem sehr öffentlichen Ort um 10:15 Uhr vormittags stattfand."

Da die Deutschlehrerin nicht vorbestraft ist, erhielt sie eine geringere Geldstrafe als ihr Freund. Dieser ist zwar "nicht einschlägig, wenn auch sonst bereits erheblich vorbestraft". Gegen das Urteil hat das Paar Berufung eingelegt.

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