Die drei Tatverdächtigen, die am 12. August einen 54-Jährigen im Nußbaumpark übel zusammengeschlagen haben sollen, sind gefasst. Es geht um versuchten Mord.

Altstadt - Nachdem ein 54-jähriger Mann am 12. August im Nußbaumpark brutal zusammengeschlagen wurde, hat die Münchner Polizei nun die Festnahme von drei Tatverdächtigen bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um zwei Münchner (18, 20), die den Mann verprügelt haben sollen. Außerdem konnten die Beamten eine 18-jährige Münchnerin festnehmen, die währenddessen die Kleidung des Mannes durchsucht haben soll.

Nußbaumpark: Mann mit schweren Kopfverletzungen

Am 12. August, gegen 5 Uhr morgens, ging bei der Einsatzzentrale der Polizei ein Anruf ein, dass an der Bushaltestelle Sendliner Tor am Nußbaumpark ein stark blutender Mann liegen solle. Die Beamten machten sich sofort auf den Weg zur genannten Stelle und fanden wenige Meter weiter im Nußbaumpark einen Mann mit schweren Kopfverletzungen vor. Anschließend kam er in ein Krankenhaus.

Neben den Frakturen im Gesicht litt er in Folge der Tat auch an Gedächtnislücken: "Er konnte sich nur noch an Männer erinnern, die ihn geschlagen haben", sagt Kriminaloberrat Josef Wimmer, Chef der ermittelnden Mordkommission. "Laut Rechtsmedizin hätte jeder weitere Schlag eine Gehirnblutung auslösen und damit tödlich sein können."

Wie sich später herausstellte, hatte der Mann zuvor in einer Wirtschaft einige Biere getrunken und wollte in der Früh mit dem Bus nach Hause fahren. Die beiden Männer, zwei Kampfsportler, sollen sich dann laut Polizei auf den Mann gestürzt und eingeprügelt haben.

Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Videos automatischer Überwachungskameras aus der Umgebung zeigten drei junge Leute, zwei davon polizeibekannt: der 20-Jährige wegen Schlägereien, Sachbeschädigung, Diebstahl und Schmierereien. Sein Kumpel, ein Handwerker (18), zudem wegen Drogendelikten. Nur die 18-jährige Verkäuferin war bisher zumindest wegen Straftaten noch nicht aufgefallen.

Das Kommissariat 11, zuständig für vorsätzliche Tötungsdelikte, hat aufgrund der Schwere der Verletzungen die Ermittlungen aufgenommen. Am Freitag, 17. August, konnte die Polizei dann die drei Tatverdächtigen ermitteln. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I wurde durch das Amtsgericht München Haftbefehl wegen versuchten Mordes gegen die drei Personen erlassen.

Die Festnahme erfolgte noch am selben Tag gegen 19.55 Uhr im Stadtgebiet. Am Samstag wurden sie dem Ermittlungsrichter vorgeführt und anschließend der Justizvollzugsanstalt überstellt.

Täter mit widersprüchlichen Aussagen

Die Männer geben zu, das Opfer geschlagen zu haben. "Allerdings sind die Aussagen nicht immer schlüssig und zum Teil widersprüchlich", sagt Wimmer. Angeblich soll ein Missverständnis der Auslöser gewesen sein. Der 20-Jährige habe sein Handy nicht gefunden. Man habe gedacht, der Fremde an der Bushaltestelle habe es gestohlen, so die Aussage.

Tatsächlich wollte der 54-Jährige auf Abstand zu dem Trio gehen, allerdings nicht, weil er ein Handy gestohlen hatte, sondern schlicht weil ihm in der Nähe der jungen Leute nicht wohl war.

Alter Nordfriedhof: Pokémon-Spieler finden Leiche

Ebenfalls wurden an besagtem Sonntag eine weitere brutale Gewalttat in München bekannt: Am Alten Nordfriedhof wurde ein Mann mit einem stumpfen Gegenstand totgeschlagen. Gefunden wurde die Leiche von Münchnern, die gerade Pokémon Go spielten:

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