Mord in Krailling Kannten die Mädchen ihren Mörder?

Die Fahndung läuft. Ein Experte hält vier Szenarien bei der Bluttat für denkbar.

 

München - Nicht nur ganz Krailling fragt sich: Wer tut so etwas? Laut Michael Soyka, Professor für Psychiatrie, seien vier Täterprofile denkbar:

Familiendrama: „Die Polizei wird zuerst in der Familie und dem näheren Umfeld nach einem Motiv suchen”, sagt Michael Soyka, Professor für Psychiatrie. „Der Doppelmord spricht für gewachsenen Hass.” Dass die Mädchen den Täter kannten, sei daher gut möglich. „Für ein Familiendrama spricht, dass die Tat in der Nacht passierte.” Dazu passe diese Brutalität aber nicht: „Eltern töten ihre Kinder für gewöhnlich nicht so grausam.”

Sexualverbrechen: Nach der Obduktion deutet nichts auf eine Vergewaltigung hin. „Ein Sexualverbrechen kann aber vor dem Vollzug so aus dem Ruder laufen, dass der Täter sein Opfer tötet”, sagt Soyka. Hier spreche wiederum die Brutalität dagegen – und dass die Mädchen zu Hause getötet wurden. Ungewöhnlich sei zudem, dass beide Kinder sterben mussten.

Zufallsverbrechen: Wurden die Kinder Zeugen eines Einbruchs? Soyka: „Sie waren alt genug, um einen Täter zu identifizieren. Aber der Zeitpunkt, dass mitten in der Nacht jemand einsteigt, ist ungewöhnlich.” Der Todeszeitpunkt der Mädchen zwischen 22.30 und 4.40 Uhr spreche ebenso dagegen – Einbrecher kommen oft in der Dämmerung, „aber so gut wie nie in der Nacht, schon gar nicht nach 0 Uhr”.

Mordlust: Aus purer Lust könnte eine psychisch kranke Person getötet haben. „Das ist sehr, sehr selten, und ich halte es für unwahrscheinlich”, sagt Soyka. Die Polizei werde nach einem männlichen Täter fahnden, vermutet er: „Gerade der mögliche Gebrauch einer Hantel spricht für einen aggressiven männlichen Täter.”

 

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