Mord im Tegernseer-Tal Profiler aus München sollen Täter fassen

Profiler der Münchner Mordkommission verstärken die Soko "Seeblick"  im Mordfall Ursula M. (65) - noch keine Spur von mysteriöser Zeugin

 

Rottach-Egern - Sie kommen immer dann ins Spiel, wenn es scheinbar kein Motiv gibt und nichts in einem Fall so richtig zusammenpassen will. So wie jetzt – nach dem Mord an der Boutiquenbesitzerin Ursula M. aus Rottach-Egern. Profiler der Münchner Mordkommission sollen das Rätsel um das brutale Verbrechen lösen.

Der Job der Spezialisten ist es, ein Täter-Profil zu erstellen: Ging er planvoll vor oder chaotisch? Welche Charakter- Eigenschaften könnte er haben? Wie alt könnte er sein? Operative Fallanalyse heißt der Job im nüchternen Polizeideutsch. Ziel ist, die Zahl der Verdächtigen einzugrenzen.

Im Mittelpunkt der Arbeit eines Profilers steht immer der Tatort. Im Fall von Ursula M. ist das die Wohnung in der Seestraße direkt über ihrer Herren-Boutique in Rottach-Egern, gleich neben dem Nobelhotel Bachmair am See. Tagelang waren die Soko „Seeblick“ und die Spurensicherung am Tatort aktiv. Jedes Detail haben sie erfasst.

Nach drei Wochen intensiver Ermittlungen ist das Foto einer Blondine die erste heiße Spur. Etwa 20 Hinweise auf die Frau liegen inzwischen vor. „Sie werden alle überprüft“, sagt ein Polizeisprecher. Die Blondine wurde von einer Überwachungskamera fotografiert. Möglicherweise in einem Einkaufszentrum in München oder dem Oberland.

Wie die Fahnder auf die Blondine gekommen sind, wollen sei nicht verraten. Denkbar wäre, dass die Frau etwas besitzt, was dem Opfer gehörte – etwa eine Kreditkarte, mit der sie nach dem Tod der 65-Jährigen eingekauft hat. Als Täterin, so heißt es, komme sie nicht in Frage. Ihre Zeugenaussage könnte die Fahnder aber direkt zum Mörder führen.

 

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