Mord im Gericht von Dachau Der Richter: Ihn wollte der Täter umbringen

Seine Freizeit verbringt Richter Lukas Neubeck unter anderem als Triathlet: Hier ist er in seiner Parade-Disziplin Radfahren (180,2 Kilometer) beim Ironman auf Hawaii zu sehen. Foto: ho

Richter Lukas Neubeck geriet als Erster ins Visier des Schützen am Amtsgericht in Dachau. Einen Tag nach der Bluttat ging er wieder zur Arbeit.

 

Dachau - Fünf Schüsse feuerte Rudolf U. (54) ab. Die ersten beiden galten dem Richter: Lukas Neubeck. Der 35-Jährige verlas gerade das Urteil gegen den ehemaligen Unternehmer, als Rudolf U. seine Pistole vom Kaliber 6,35 Millimeter direkt auf ihn richtete.

Seine Wut auf den Richter hatte sich offenbar seit längerem hochgeschaukelt. Aber auch seine junge Anwältin Petra D. aus Augsburg konnte es Rudolf U. nicht recht machen, er blaffte sie im Gericht an. Rudolf U. fühlte sich offenbar ungerecht behandelt. Erst kurz vor Prozessbeginn am Mittwoch hatte er in einem Restaurant noch unflätig über den Richter geschimpft.

Lukas Neubeck duckte sich instinktiv und blitzschnell, als die ersten Schüsse fielen. Das rettete dem 1,90 Meter großen Mann das Leben. Der 35-Jährige ist seit drei Jahren als Amtsrichter in Dachau für Strafsachen und Familienangelegenheiten zuständig und gilt als sehr engagierter Jurist.

Dort ist man aber auch stolz auf seine sportlichen Leistungen. 2011 nahm er am Ironman in Hawaii teil. Lukas Neubeck war zehn Stunden und fünf Minuten unterwegs. Am Donnerstag erschien er wieder ganz normal zum Dienst. Gerichtsdirektor Klaus Jürgen Sonnabend zur AZ: „Er sagte, er sei lieber hier, bevor er zu Hause nur rumsitzt und grübelt.“

 

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