Moment mal... Und Sammer fährt nachts von Haus zu Haus...

Keine Meister-Feier beim FC Bayern? Dafür wird Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer schon sorgen. Wie? Die AZ hat sich's vorgestellt.

 

Angenommen es geht auf. Am Samstag um 20.20 Uhr sind die Bayern Meister. Der Tag X ist da und nun wird’s ernst.

Keine Gaudi, bitte.

Für Matthias Sammer der Gau. Nun kommt Arbeit auf ihn zu. Denn: Knapp 72 Stunden später geht es gegen Juventus Turin. Champions League!

Der Sportdirektor als Partybreaker, als Spaßverderber: Auf der Ehrenrunde, gänzlich Weißbierduschen-clean, muss Sammer, Jubelstoppuhr um den Hals, das erste Mal einschreiten. Nicht zu oft die Welle vor den Kurven machen, das geht doch in die Arme, Männer! Und zieht euch vernünftig an, es ist frisch!

Er raunt den Meistern zu: Wer Frauen und Kumpels zu oft winkt, verliert die nötigen "zwei, drei Prozentpunkte an Konzentration". Danach zerrt er an den Trikots der Spieler: "Ja, ja, alles menschlich, ich weiß – aber wir dürfen keine Denkfehler machen. Wir brauchen Kompromisslosigkeit."

Er schiebt alle in die Kabine, sogar den schweren Daniel Van Buyten. Dort kontrolliert Sammer die Etikette der Bierflaschen, nur alkoholfrei ist gestattet. Cola nur als Zero.

Während sich die Profis umarmen, ruft er immer wieder: "Juventus! Demut! Inhalte!" Persönlich verteilt er die Pasta-Rationen, damit die Speicher aufgefüllt werden. Leer gegessen ("Brav! Gut so!") erscheinen auf dem Tellerboden die Gesichter von Pirlo, Buffon, Vidal. Schwarze Haare, treue Augen, lebende Mahnmale.

Um 22 Uhr sollen die Spieler nach Hause fahren. Doch wie überprüft Sammer, dass sie dort auch ankommen? Telefonisch? Wer hat heutzutage noch einen Festnetzanschluss?

Also kein Rundruf – eine Rundfahrt. Von Haus zu Haus.

Sammer klingelt, ruft durch die Gegensprechanlage: "Hallo, ich bin’s, der Matthias, wollte nur schnell... Ah, ja, alles klar. Gute Nacht! Nun schlaft gut – und fokussiert eure Träume auf Juve!"

 

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