Mögliche Transfers beim FC Bayern Präsident Uli Hoeneß: Das ist der Stand bei Boateng und Rudy

, aktualisiert am 20.08.2018 - 10:28 Uhr
Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern, war am Sonntag bei der Sky-Sendung "Wontorra - Der Fußball-Talk" zu Gast. Foto: imago/Sven Simon

Noch ist die Zukunft der Bayern-Star Jérôme Boateng und Sebastian Rudy unklar. Jetzt äußerte sich Präsident Uli Hoeneß zu möglichen Transfers – und spricht offen über mögliche Abnehmer und Ablösesummen.

München - Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat klare Bedingungen für einen Vereinswechsel der Nationalspieler Jérôme Boateng und Sebastian Rudy benannt.

Im Fall von Innenverteidiger Boateng (29) komme "nur noch Paris Saint-Germain in Frage", sagte Hoeneß am Sonntag in der Sendung "Wontorra – der Fußball-Talk" des TV-Senders "Sky Sport News HD". Der 66-Jährige taxierte auf Nachfrage die Wahrscheinlichkeit, dass Boateng bis zum Ende der Wechselfrist in der Fußball-Bundesliga am 31. August zum französischen Meister wechselt, "auf fünfzig zu fünfzig".

Boateng-Leihe nur mit festem Kaufangebot in der nächsten Saison

Boateng hatte den Bayern-Verantwortlichen signalisiert, eine neue Herausforderung anzustreben. "Jérôme hat dem Karl-Heinz mitgeteilt, dass er sich verändern will. Und auch hier haben wir gesagt, wenn er einen Verein findet, mit dem man sich einigen kann, dann werden wir uns damit beschäftigen. Aber auch hier gilt, wenn sich das alles zerschlägt, sind wir sehr glücklich, wenn er bleibt.", so Hoeneß.

Auch bei einem Abgang von Boateng sieht Hoeneß den Kader gut gerüstet: "Wir glauben dass wir mit Süle, Hummels und Martínez Leute haben, die zumindest so gut spielen wie Jérôme. Und wenn der Spieler unbedingt weg will und wir dann auch noch Geld damit verdienen können, müssen wir das in Betracht ziehen."

Als Ablösesummen werden 50 Millionen Euro plus X gehandelt. Ein Leihgeschäft käme nur in Frage, wenn es in der kommenden Saison "ein festes und unwiderrufliches Kaufangebot gäbe", sagte Hoeneß. PSG mit Trainer Thomas Tuchel hat für die Abwehr gerade erst den jungen Schalker Thilo Kehrer für 37 Millionen Euro verpflichtet. Hoeneß über die Ausgaben der Franzosen: "Die brauchen den Gashahn in Katar nur einen halben Millimeter nach rechts zu drehen, dann kommen da 100 Millionen Dollar raus."

Angesprochen auf das Problem des Financial Fairplay findet Hoeneß klare Worte: "Dieses ganze Financial Fairplay können Sie in die Tonne kloppen, das ist eh nichts wert. (…) Es wird doch jedes Jahr ad absurdum geführt. Und wenn ein Verein den Spieler unbedingt will, findet man immer eine Lösung." Eine solche Lösung könnte der besagte Leih-Deal mit anschließendem Kaufangebot sein.

Kovac rechnet mit Boateng-Verbleib

Trainer Niko Kovac erwartet, dass Boateng dem FC Bayern erhalten bleibt. "Es sind zwar noch ein paar Tage bis zum Ende der Wechselfrist. Stand heute gehe ich aber davon aus, dass bei ihm nichts passiert", sagte der Coach des deutschen Rekordmeisters am Samstagabend nach dem 1:0 (0:0)-Pokalsieg im Erstrunden-Match beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel. Dort war der von Paris Saint-Germain umworbene Innenverteidiger mit von der Partie, was als Zeichen für einen Verbleib des 29-Jährigen gedeutet werden kann.

Zum Vergleich: Teamkollege Sebastian Rudy, an dem RB Leipzig und der FC Schalke 04 interessiert sein sollen, stand nicht einmal im Kader für das Pokalspiel. Kovac erklärte dies mit einem Überangebot an Mittelfeldakteuren. Zu Rudys sportlicher Zukunft wollte der 46 Jahre alte Coach sich nicht weiter äußern.

Hoeneß: 15 Millionen Euro für Rudy reichen nicht

Bei Rudy sprach Hoeneß am Sonntag erstmals über eine Kaufsumme. 15 Millionen Euro würden "sicherlich nicht reichen", sagte er. "Es kann nicht sein, dass der FC Bayern immer bezahlen soll wie ein Weltmeister und die anderen bekommen alles umsonst."

Man werde bei dem Mittelfeldspieler eine Lösung finden, wenn Rudy sich für einen anderen Verein entscheiden sollte und die Ablösesumme stimme. Konkret sollen RB Leipzig und der FC Schalke 04 an einer Verpflichtung des Nationalspielers interessiert sein. "Sebastian ist ein prima Spieler und ein ganz toller Charakter. Er ist ein sehr ehrgeiziger Spieler, der viel spielen will und er hat das Gefühl, dass er bei Bayern München zu wenig Spielpraxis hat", so Hoeneß. Seinen Wechselwunsch soll er Salihamidzic gegenüber geäußert haben. Dieser Vorstellung "hat der Verein dann Rechnung getragen."

Viel Zeit für Verhandlungen können sich die Vereine nicht mehr lassen. "Wir haben nur noch zwölf Tage Zeit. Ich denke, dass da in der nächsten Woche Entscheidungen getroffen werden", glaubt Hoeneß. 

Hoeneß betonte, dass er auch gut damit leben könnte, wenn beide Akteure in München blieben. "Wenn es keine Einigung gibt und Sebastian beim FC Bayern bleibt, bin ich ein glücklicher Mensch."

Rudy: Rangnick hält sich weiter bedeckt

RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick hält sich zu einem möglichen Wechsel von Rudy weiter bedeckt. "Zunächst muss sich der Spieler jetzt erstmal entscheiden, ob er München verlassen möchte. Und falls ja, wohin er am liebsten gehen möchte. Das heißt, wir reden jetzt schon über dritten Schritt, bevor der erste gemacht ist", sagte Rangnick dem TV-Sender "Sky" vor dem DFB-Pokalspiel am Sonntag bei Viktoria Köln. Rangnick ergänzte: "Jetzt warten wir mal, wie sich der Junge entscheidet und dann sehen wir weiter."

 

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