Mögliche Aufstellungen AZ-Analyse: Wie Bayern die Coman-Lücke schließen könnte

, aktualisiert am 27.02.2018 - 20:57 Uhr
Die Verletzung von Kingsley Coman trifft den FC Bayern hart. Doch wer füllt die Lücke. Die AZ macht den Check. Foto: imago/dpa

Die schwere Verletzung von Kingsley Coman fordert Veränderungen in der Aufstellung des FC Bayern. Doch wer profitiert von Comans Ausfall und wie kann er am besten kompensiert werden? Die AZ stellt die denkbaren Varianten vor.

Gerade erst waren bis auf den langzeitverletzten Manuel Neuer alle Spieler beim FC Bayern fit. Doch ein Zweikampf von Kingsley Coman in der Schlussphase gegen Hertha BSC stoppte jäh die Träume von Verantwortlichen und Fans, dass ein Saisonendspurt auch mal ohne schwere Verletzungen bei mehreren Leistungsträgern über die Bühne gehen könnte. Syndesmosebandriss lautete am Montag die niederschmetternde Diagnose beim jungen Franzosen Coman. 

Nach einer Operation könnte er im schlimmsten Fall den Rest der Saison ausfallen. Ohne Frage, ein herber Rückschlag für die Ambitionen der Bayern in der Champions League. Coman schaffte in dieser Saison den Durchbruch und zeigte konstant gute Leistungen auf der linken Seite. Sieben Tore und acht Vorlagen zeugen davon. 

Comans Ausfall trifft Bayern hart - Ersatz oder Systemwechsel?

Doch nun gilt es aus Münchner Sicht den starken Coman adäquat zu ersetzen. Während in der Bundesliga aufgrund des enormen Vorsprungs der Ausfall des 21-Jährigen kaum ins Gewicht fallen wird, trifft den Rekordmeister Comans Ausfall in der Champions League umso mehr. Wer kann Coman nun ersetzen? Die AZ stellt Varianten vor und bewertet deren Wahrscheinlichkeit.

Coman-Ersatz Franck Ribéry

Der Publikumsliebling kämpft um einen neuen Vertrag beim Rekordmeister und ist mit seinen Fähigkeiten der 1:1-Ersatz für seinen 13 Jahre jüngeren Landsmann. Durch dessen Ausfall hat Ribéry nun die große Chance, sich wieder mehr ins Rampenlicht zu spielen und Comans Ausfall vergessen zu machen. 

Aber es bleiben Zweifel. Denn mit seinen bald 35 Jahren hat Ribéry wohl nicht mehr die Luft, um drei Spiele pro Woche zu bestreiten. Sollte sich Bayern-Trainer Jupp Heynckes für diese Variante entscheiden, müsste er dem Franzosen auch immer wieder Pausen gönnen, sodass Ribéry in den wichtigen Partien voll im Saft steht.

Wahrscheinlichkeit: 35 Prozent

Coman-Ersatz James Rodríguez

Nach Startschwierigkeiten hat der Kolumbianer beim Rekordmeister voll eingeschlagen. Vor allem seine Schusskraft und seine technischen Fähigkeiten verleihen dem Spiel der Münchner eine Extra-Note. Seine stärkste Position ist das Mittelfeld-Zentrum, dort kann er die Bälle verteilen und selbst gefährlich zum Torabschluss kommen.

Doch James kann auch die linke Flügelseite beackern. Bei Real Madrid kam er immer wieder zu Joker-Einsätzen auf der Position auf dem linken Flügel. Der 26-Jährige ist derzeit aus dem Starensemble des Rekordmeisters nicht wegzudenken und wird in den wichtigen Spielen gesetzt sein. Doch ob Heynckes ihn aus dem Zentrum abzieht und damit die Statik des Bayern-Spiels gefährdet, ist fraglich.

Wahrscheinlichkeit: 35 Prozent

Coman-Ersatz Arjen Robben

Klar, die rechte Seite ist normalerweise die Brot- und Butter-Position des niederländischen Linksfußes. Doch im Verlauf eines Spiels hat Robben schon öfter einmal mit seinem Partner auf dem linken Flügel die Seiten gewechselt und auch dort seine Gefährlichkeit unter Beweis gestellt.

Ähnlich wie Ribéry kämpft auch der Niederländer um einen neuen Vertrag. Durch Comans Ausfall könnte Robben nun auf ungewohnter Position durchstarten, denn auf der geliebten rechten Außenbahn hat derzeit Weltmeister Thomas Müller die Nase vorn. Der 34-Jährige wird sicherlich im Lauf der Zeit seine Chance auf dem linken Flügel bekommen, doch in den wichtigen Partien wird Heynckes nicht mit Linksfuß Robben auf Linksaußen beginnen.

Wahrscheinlichkeit: 15 Prozent

Coman-Ersatz Juan Bernat 

Neben Linksverteidiger kann Bernat auch in der offensiveren Rolle agieren. Allerdings saß der Spanier in den vergangenen Wochen immer wieder auf der Tribüne – mangels Kaderplätzen. Zumindest dies könnte sich nach Comans Ausfall wieder ändern, denn der 24-Jährige muss sich erst mal wieder als Joker für einen Stammplatz im bayerischen Starensemble beweisen.

Sollte Bernat dies gelingen, könnte er durchaus auch ein Kandidat für die Startelf werden. Besonders wenn Defensivqualitäten gefragt sind, dürfte der gelernte Linksverteidiger ein Thema werden.

Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent

Systemwechsel

Unter Heynckes agieren die Bayern vorwiegend im 4-3-3-System. Durch den Ausfall von Coman könnte der Bayern-Trainer nun auch umstellen und in einem 4-4-2 mit Robert Lewandowski und Sandro Wagner als Doppelspitze agieren lassen. Oder auch ein 4-5-1 mit einem spielstarken Mittelfeld rund um Thiago, James und Müller ist denkbar.

Doch mitten in der Saison vom bisherigen Erfolgssystem abweichen? Solch eine weitgreifende Veränderung dürfte nur zum Tragen kommen, wenn keiner der oben genannten Kandidaten sich als Coman-Ersatz profilieren kann.

Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent

 

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