Mode von Hannelore Elsner Auf Tuchfühlung mit den Stars

Schauspielerin Ilona Grübel und Margarethe Jonas (r.), die ein Kleid von Christine Neubauer in den Händen hält. Das blaue Exemplar rechts ist von Ruth Maria Kubitschek. Foto: Daniel von Loeper

München - Ob Bayerischer Filmpreis, Kinopremiere oder Empfang des Ministerpräsidenten: Margarethe Jonas ist immer auf Tuch-Fühlung mit den Stars – wortwörtlich. Sie kauft die großen Abendroben von Schauspielerinnen und Prominenten auf und bringt sie an die normale Frau.
Seit 40 Jahren geht sie diesem Hobby nach. „Jetzt habe ich so viel gesammelt, dass es mich erdrückt. Entweder braucht es eine Ausstellung oder ich verkaufe Hunderte Kleider.“ Jonas hat sich für Letzteres entschieden: Im ersten Stock ihrer Schwabinger Boutique „Daisy“ in der Trautenwolfstraße ist quasi Räumungsverkauf angesagt.
Oscar de la Renta, Halston, Yohji Yamamoto, Herve Leger, Armani und Dior: Das Who ist who der Haute Couture, getragen von Elisabeth Volkmann, Christine Kaufmann, Christine Neubauer, Ingrid Steeger, Ruth Maria Kubitscheck oder Hannelore Elsner – ihre Kleider sind bereits verkauft.
Schauspielerin Ilona Grübel, die zum Beispiel in der „Schwarzwaldklinik“ die Ärztin Dr. Katharina Gessner verkörperte, ist eine der vielen Stammkundinnen und so hängt auch ein Kleid von ihr hier. Eine schokofarbene Robe, über und über mit Pailetten bestickt. „Mein Gott, wie gut das erhalten ist“, staunt die Darstellerin als sie es jetzt nach über 30 Jahren wieder in der Hand hält. 1981 trug sie es in der Serie „Goldene Zeiten“, „das war doll, wie ich darin aussah“.
Von Größe 34 bis 44 reichen die Kleider. Es sind Stücke für einen besonderen Anlass – aber für wenig Geld. Ab 100 Euro gibt es Oberteile, das teuerste Unikat kostet 1800 Euro. Das Stadtmuseum München hat für eine Ausstellung über die 70er Jahre bereits zugeschlagen: Kleider aus Seide, bestickt, mit wallenden Schleppen oder zarten Trägern, mit Blumen, Raffungen und viel Schimmer.
Margarethe Jonas trennt sich nur schweren Herzens. „Mit Herzblut habe ich Nähte ausgebessert und Pailletten angenäht.“ Dass sich das gelohnt hat, da ist sie sich sicher. „Wissen Sie, Couture kommt nie aus der Mode."

 
 

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