Mobile World Congress 5G-Netzausbau: Telefónica fordert "vernünftige" Regeln

In Deutschland waren Telefónica, Vodafone und die Deutsche Telekom vor der Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen vor Gericht gezogen. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Für den zügigen Ausbau des 5G-Netzes fordert Telefónica rationale Rahmenbedingungen von Seiten der Politik. Bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Netzes der Zukunft will das Unternehmen mit Microsoft zusammenarbeiten.

 

Barcelona - Für den zügigen Ausbau der neuen Mobilfunkgeneration 5G hat Telefónica-Chef José María Álvarez-Pallete an die Politik in Europa appelliert, vernünftige und fördernde Maßnahmen zu ergreifen.

Er forderte die Regierungen auf, die Frequenzen unter "vernünftigen" Regeln und für längere Zeiträume zuzuweisen. Er hoffe, dass Kommission und Parlament der EU sowie die Regierungen "die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen zu ihrer obersten Priorität machten, sagte der Manager am Montag auf dem Mobile World Congress in Barcelona.

"Sagt die Wettbewerbstheorie, dass Europa einen Mobilfunkbetreiber pro eine Million Bürger in Europa braucht?", fragte Álvarez-Pallete rhetorisch. In Deutschland waren Telefónica, Vodafone und die Deutsche Telekom vor der Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen vor Gericht gezogen. Sie kritisieren bei den Vergaberegeln für die Auktion zu 5G unter anderem, dass für Neueinsteiger im Markt geringere Auflagen gelten sollen. Neben den großen drei Mobilfunkkonzernen will auch der Internetkonzern Drillisch 1&1 mitbieten, der aber noch über kein Netz verfügt. Telekom, Vodafone und Telefónica fordern deshalb Investitionssicherheit beim Ausbau ihrer Netze.

Zugleich appellierte Álvarez-Pallete an die Verantwortung von Wirtschaft und Gesellschaft, einen ethischen und transparenten Umgang mit Daten zu ermöglichen. Der Telekommunikations-Branche komme inzwischen eine Schlüsselrolle zu, sie sei ein "unverzichtbarer Bestandteil des Lebens der Menschen geworden". Der Datenverkehr nehme rasant durch neue Technologien und Dienstleistung zu. Álvarez-Pallete forderte deshalb eine neue digitale Rechtsgrundlage (Digital Bill of Rights), die die Grundrechte in einer digitalen Zukunft für alle Bürger festlegt.

Für die Entwicklung neuartiger Angebote, die über die schnellen Netze möglich werden, baut Telefónica seine Partnerschaft mit dem Software-Konzern Microsoft weiter aus. Dabei wollen die Unternehmen ihre Innovationskraft bündeln, um entsprechende Services anbieten zu können. Dafür solle das Know-how des Telekommunikationskonzern in Netzwerktechnologie mit Microsofts Lösungen für künstliche Intelligenz über deren Plattform Azure kombiniert werden. Millionen von Telekom-Kunden würden künftig davon profitieren, sagte Microsoft-Chef Satya Nadella.

 

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