Mitten im Bayerischen Wald Sensationsfund: Seltener Urwald-Käfer taucht in Badewanne auf

Autorenprofil Ruth Schormann
Haben den Käfer entdeckt: Thomas Michler und Julia Herzig. Foto: Michler

Es ist ein Sensationsfund mitten in der Wohnung - und nicht der einzige im Bayerischen Wald.

 

Was krabbelt denn da in der Wanne? - Thomas Michler, Mitarbeiter des Nationalparks Bayerischer Wald, staunt nicht schlecht. Es muss ein seltener Käfer sein. Aber welcher? Das Kinderbuch "Die wilden 14" über Urwald-Käfer im Bayerischen Wald, das Michler vor Jahren geschrieben hat, hilft ihm, den Gast in seiner Badewanne als den zu identifizieren, der er tatsächlich ist: ein Bindiger Schnellkäfer. Den hatten sie damals im Buch mit weißem Bart und Krückstock gezeichnet, da er seit 100 Jahren nicht mehr nachgewiesen werden konnte.

"Der Bindige Schnellkäfer steht auf der Roten Liste und konnte zwischen 1905 und 2006 nicht mehr nachgewiesen werden", erklärt Prof. Jörg Müller, stellvertretender Leiter des Nationalparks. Seitdem konnte der Bindige Schnellkäfer nur vereinzelt im Gebiet zwischen Lusen und Rachel gefunden werden.

Wie der Käfer in die Badewanne kam? Michler hat eine Erklärung: "Hinter unserem Haus lagerte gut zehn Jahre ein meterhoher Stoß aus starkem Fichtenholz, das größtenteils schon ziemlich verfault war", erzählt er. "Die trockenen Stämme haben wir nach und nach als Brennholz ins Haus geholt. Daher gehe ich davon aus, dass wir ihn übers Brennholz ins Haus geholt haben."

Im Landkreis Cham ist derweil eine Sumpfohreule gefunden worden, die seit zehn Jahren als ausgestorben galt. Sie ist am Straßenrand gefunden worden und wird jetzt aufgepäppelt.

 

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