Mit zwei Dutzend Vorstrafen In Bezirkskrankenhaus Erlangen: Serientäter arbeitete als Security

Ein heute 39 Jahre alter Mann hat zwei Dutzend Vorstrafen – trotzdem arbeitete er als Security-Mann im Bezirkskrankenhaus.

Erlangen - Er arbeitete für eine Security-Firma in hochsensiblen Bereichen des Bezirkskrankenhauses Erlangen – und war selbst ein Sicherheitsrisiko. Trotz eines Bündels von Vorstrafen, die dem Ordnungsamt der Stadt Nürnberg bekannt waren.

Robert Pollack, Chef des Ordnungsamtes, stehen die Akten über die Umstände, wie ein jetzt 39-jähriger Mann vor gut zehn Jahren alle Hürden für die Zulassung als Security-Mitarbeiter übersprang, nicht mehr komplett zur Verfügung. Nach dem Studium des Bundeszentralregisters und dem, was er sonst noch intern klären konnte, ist er sich aber sicher, dass seine Behörde keinen Grund hatte, anders zu handeln. "Es waren durchwegs nur kleine Delikte, die er begangen hatte."

Bei solchen Einschätzungen bekommt Rechtsanwalt Nils Junge Schüttelfrost. Er hat gerade die ehemalige Lebensgefährtin des "Kleinkriminellen" vor Gericht vertreten, die über Monate hinweg dessen brutalen Gewaltakten und Demütigungen ausgesetzt war.
Für den Anwalt steht fest: "Da wurde einfach die gefährliche Entwicklung verschlafen und nicht zur Kenntnis genommen. Die Schwere der Delikte, die im Übrigen nicht alle so harmlos waren, ist ein Aspekt, die Vielzahl der Straftaten aber ein anderer. So ein Mann hat in einem Bezirkskrankenhaus nichts zu suchen."

Zulassung als Security-Mann trotz eingetragener Vorstrafen

Ein Blick in die Vorstrafenliste macht klar, dass die Argumente des Nürnberger Strafverteidigers nicht so einfach auf die Seite zu wischen sind. Zwei Dutzend Vorstrafen werden mittlerweile im Bundeszentralregister aufgelistet, als er seine Zulassung als Security-Mann vom Ordnungsamt bekam, waren es schon mehr als ein Dutzend.

Die "kleinen" Delikte begannen mit 14 Jahren. Als er vom Ordnungsamt die Freigabe erhielt, hatte er bereits diese Einträge: Diebstahl 1993 und 1994, vorsätzliche Körperverletzung 1994, gemeinschaftlicher Diebstahl 1995, Diebstahl in 20 Fällen, versuchter Diebstahl, Fahren ohne Führerschein 1996, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort 1998, Hehlerei 1999, Erschleichen von Leistungen 2000, unerlaubter Erwerb von Drogen 2002, Fahren ohne Führerschein 2003, unerlaubtes Führen einer Schusswaffe 2007.

Schwer drogenabhängig, Freundin geschlagen

Während seiner Arbeit als Security und danach ging es munter weiter: Einfuhr von Betäubungsmitteln, unerlaubter Drogenbesitz, Hausfriedensbruch, unerlaubter Aufenthalt ohne Pass, Raub mit Körperverletzung, Beleidigung, schwere Körperverletzung.
Momentan sitzt er wegen der Misshandlungen seiner Ex-Freundin und einiger anderer Delikte in Haft. Außerdem muss er eine Drogentherapie machen, er ist schwer von Crystal Meth abhängig.

Warum der Serienstraftäter im geschlossenen Bereich des Bezirkskrankenhauses arbeiten konnte, beschreibt Sprecherin Ariane Peine. Ihren Worten zufolge bestehe zwischen dem Bezirkskrankenhaus und der für die Sicherheit zuständigen Firma ein Vertrag, in dem klar geregelt sei, dass nur geeignete Mitarbeiter die Aufgabe wahrnehmen dürften. Eigene Kontrollen des Sicherheitspersonals würden nicht durchgeführt.

 

6 Kommentare

Kommentieren

  1. null