Mit Ulmen und Tschirner So wird der "Tatort: Der kalte Fritte" aus Weimar

Nora Tschirner und Christian Ulmen in ihrem neuesten Fall aus Weimar Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer

Wer wollte schon immer mal Nora Tschirner in einem Bordell an der Strip-Stange tanzen sehen? Der ist beim neuesten Weimar-"Tatort: Der kalte Fritte" gut aufgehoben. Echte Krimi-Fans sollten sich jedoch für den Sonntagabend etwas anderes vornehmen...

Lessing und Dorn alias Christian Ulmen (42, "Mein neuer Freund") und Nora Tschirner (36, "Sternenfänger") werden am kommenden Sonntag ab 20:15 Uhr im Ersten zum insgesamt sechsten Mal als Kommissare im "Tatort: Der kalte Fritte" auf die Zuschauer losgelassen. Der MDR bleibt dabei seinem Format treu und schickt einen klamaukigen Film ins Rennen, der mehr Komödie als echter Krimi zu sein scheint. Dabei setzen die Macher erneut auf die Situationskomik und Strahlkraft ihrer beiden starken Hauptdarsteller und weniger auf einen innovativen und/oder groß durchdachten Plot. Doch der Reihe nach.

Darum geht's

Bei einem Einbruch in seine Weimarer Villa wird der Milliardär Alonzo Sassen ermordet. Seine junge Frau Lollo (Ruby O. Fee) erschießt den Täter - offenbar in Notwehr. Die Kommissare Kira Dorn (Tschirner) und Lessing (Ulmen) observieren Lollo, die danach im Bordell "Chez Chériechen" Arbeit sucht, das von Fritjof "Fritte" Schröder (Andreas Döhler) geführt wird.

Dessen Bruder Martin (Sascha Alexander Geršak) betreibt mit seiner Frau Cleo (Elisabeth Baulitz) in der Nähe Weimars einen Steinbruch, der am Rande der Insolvenz steht. Als besondere geologische Formation ist dies einer der zwei potenziellen Standorte für das geplante "Goethe-Geomuseum". Diese Nutzung wäre die finanzielle Rettung der Schröders. Doch Sassen hatte angekündigt, der Stadt ein Grundstück in Weimars bester Lage, am Frauenplan, zu schenken, um das Museum dort errichten zu können. War das sein Todesurteil?

Ihre Ermittlungen führen Dorn und Lessing in die Bauhaus-Universität. Der Architektur-Professor Ilja Bock (Niels Bormann) ist Vorsitzender der Jury, die über den Standort des Museums-Neubaus entscheidet. Er hat eine Affäre mit seiner Jugendliebe Cleo, die damit ins Fadenkreuz der Kommissare gerät. Als sich herausstellt, dass Fritte Schröder bei dem Grundstücksroulette mit am Tisch sitzt, und die Hassbeziehung zu seinem Bruder Martin offenbart wird, steuert der Fall auf ein explosives Finale zu.

Lohnt sich das Einschalten?

Eher nicht. Irgendwie hat sich das eigenwillige Ermittler-Paar Lessing und Dorn ein wenig ausgelutscht. Es passiert nicht mehr viel Neues. Waren die stetigen Seitenhiebe von Dorn auf den Vater ihres Kindes, Lebenspartner und Kollegen Lessing anfangs noch witzig und frisch, wirken sie mittlerweile oft nur noch gewollt und als Mittel zum Zweck eingestreut. Die Charaktere entwickeln sich nicht mehr weiter, sondern verwalten mehr ihre Stellung. Man liebt sich, man neckt sich, man versucht professionell zusammen zu arbeiten und man reißt gerne Zoten. Weiß man aber alles bereits.

Auf der anderen Seite ist "Tatort: Der kalte Fritte" aber auch überraschend kurzweilig und ohne echte Längen. Der erneut undurchsichtige, verworrene und teils krude Plot verliert sich allerdings zu oft in Dialogen und lässt in manchen Szenen einen verwirrten Zuschauer zurück: Wer hat jetzt gleich nochmal mit wem und warum? Ein echtes Highlight hingegen - natürlich neben der an der Stange in einem Bordell tanzenden Tschirner - ist allerdings das Finale. Mit Action, Drama und unerwarteten Wendungen. Dennoch: In einer Woche spricht von diesem "Tatort" garantiert niemand mehr.

 

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