"Mit ersten Frau verheiratet" Homo-Ehe: Ude lästert über Horst Seehofer

Der Streit um die Homo-Ehe: Münchens OB Christian Ude fragt, ob „Konservative nur in ein Ehebett steigen, weil damit ein Steuervorteil verbunden ist."

 

Berlin/München - In der Union setzen sich im Streit um die Homo-Ehe die Hardliner durch. Und Seehofer-Herausforderer Christian Ude lästert genüsslich über das Nein der Konservativen.

„Wieso hängt der Schutz von Ehe und Familie davon ab, dass homosexuelle Beziehungen ausgegrenzt und abgestraft werden?“, fragte Ude. „Das klingt ja so, als ob Konservative nur in ein Ehebett steigen, weil damit ein Steuervorteil verbunden ist.“ Einen Giftpfeil für Horst Seehofer, der jetzt den Gralshüter der Ehe gibt, hatte der SPD-Spitzenkandidat auch noch parat. „Mir muss niemand etwas über den Wert von Ehe und Familie erzählen. Ich bin seit 30 Jahren mit meiner ersten Frau verheiratet.“ Ein deutlicher Hinweis auf die privaten Verhältnisse des CSU-Chefs, der in zweiter Ehe verheiratet ist und dazu eine fünfjährige außereheliche Tochter hat.

Sich selber lobte Ude als den ersten OB, der sich an die Spitze eines Umzugs beim Christopher-Street-Day gestellt habe. Dass die Homosexuellen in den Städten eine gewichtige Wählergruppe sind, hat auch die Münchner CSU erkannt. Seehofer aber schielt bei seinem kategorischen Nein vor allem auf die konservativen Wähler auf dem Land.

Gleichzeitig in Berlin und München tagten am Montagmorgen die Spitzen von CDU und CSU. Kanzlerin Angela Merkel will das Thema vom Tisch haben. Die CDU bekräftigte einen Beschluss ihres letzten Parteitags, der die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im Steuerrecht ausdrücklich ausschließt. Das teilte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe mit.

Auch die CSU erklärte am Nachmittag ihr Nein: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates, ihre Förderung und Privilegierung ist staatliche Aufgabe. Das muss auch für die Zukunft so gelten. Eine Gleichstellung von Ehe und Familie mit gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften lehnen wir ab.“ Aus Sicht des CSU-Präsidiums bestehe keine Veranlassung für eine Veränderung der Regelungen im Steuer- und Adoptionsrecht. Allerdings wird das Bundesverfassungsgericht im Sommer ein Urteil dazu sprechen, vermutlich wird es die Gleichstellung weiter vorantreiben.

Und auch die anderen Parteien machen Druck. FDP-Chef und Vizekanzler Philipp Rösler: „Die Koalition sollte aus eigener Kraft ein starkes Signal für eine freie und tolerante Gesellschaft setzen.“ SPD und Grüne arbeiten schon an einem Gesetzentwurf für den Bundesrat, wo sie nun die Mehrheit haben. Ude erklärte: „Das Thema werde im Wahlkampf „noch eine große Rolle spielen.“

 

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