Mit dem Taschenmesser Im Vollrausch: Streitschlichter halb tot gestochen

Vor Gericht: Vasilijs J. begrüßt seinen Anwalt Christian Gerber. Foto: jot

Ein 50-jähriger sticht über zehn Mal auf sein Opfer ein. Im Prozess geht es um versuchten Totschlag.

 

München - An viel kann er sich aufgrund seines damaligen Alkoholpegels nicht mehr erinnern. Aber was ein Zeuge von der Messerstecherei im Arbeiterwohnheim berichtete, erscheint Vasilijs J. (50) glaubhaft. Der Lette räumte insofern die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein.

Das war am 8. Juli des vergangenen Jahres geschehen: Die vier Bewohner eines Zimmers in der Unterkunft an der Schleißheimer Straße hatten den Abend über gemeinsam getrunken. Es kam zum Streit zwischen dem Angeklagten und einem seiner Zimmergenossen. Der 50-Jährige schlug seinem Widersacher ins Gesicht und biss ihn in die Schulter.

Aleksandrs T. ging dazwischen, trennte die beiden Streithähne – und büßte schwer dafür. Als er mit einem Parfümfläschchen die Bisswunde desinfizieren wollte, ging der Angeklagte auf ihn los, schlug ihm das Parfüm aus der Hand.

Es kam zu einem Gerangel bei dem Vasilijs J. seinen Widersacher zunächst mit einer Maniküreschere verletzte und seinerseits von Aleksandrs T. geschlagen wurde. Das machte ihn so wütend, dass er seinem Opfer kurz darauf mit einem Taschenmesser über zehn Schnitt- und Stichverletzungen beibrachte. Dabei wurde auch die Lunge des Opfers verletzt. Es bestand Lebensgefahr. Doch der Mann wurde gerettet.

Der Prozess dauert an.                

 

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