Mit dem FC Bayern zur Hertha Nicht nur Berlin: Das ist der Kovac-Kosmos

Feierte im Sommer in seiner Heimat Berlin mit Frankfurt den Pokal-Sieg – und kehrt nun mit dem FC Bayern zurück: Niko Kovac. Foto: Minkoff/Augenklick

Mit den Bayern tritt der Trainer am Freitag in seiner Heimat Berlin an. "Nach dem Spiel wird es sicher das ein oder andere Treffen in der Hotellobby geben." Doch nicht nur die Hauptstadt prägte den Kroaten.

 

München - Der Mann berlinert nicht, null. Niko Kovac spricht ohne jeden Akzent. Warum eigentlich? Der Mann ist ein Berliner. "Ich könnte es", sagt der Bayern-Trainer auf AZ-Nachfrage, "aber ich versuche, Hochdeutsch zu sprechen. Wenn wir unter vier Augen sind, dann könnte ich richtig losledern. Aber so versteht man mich besser." (Hier gibt's die Kovac-PK im Liveteicker zum Nachlesen)

Jut. Es geht wieder nach Berlin für die Bayern, für Kovac. Zurück in seine Geburtsstadt, an die Stätte seines größten Triumphes: den Pokal-Coup mit Eintracht Frankfurt gegen Bayern im Mai (3:1). Nach Berlin, dorthin, wo er bei Hertha BSC, dem Gegner am Freitag (20.30 Uhr, Eurosport Player live und im AZ-Liveticker) Profi wurde, wo er seine Frau Kristina bereits vor dem Abitur (Note 2,9) kennenlernte.

Niko Kovac trägt das "Arbeiter-Gen" in sich

Aufgewachsen ist Kovac im Stadtteil Wedding, ein raues Pflaster, ein "Arbeiterbezirk, unterschiedliche Kulturen und Nationen", wie er betont. Das habe ihn "nachhaltig geprägt", erzählt der 46-Jährige, er trage "das Arbeiter-Gen" in sich. Und das als Student (acht Semester BWL). 

Seine kroatischen Eltern kamen 1970, ein Jahr vor seiner Geburt, nach Deutschland, Nikos Vater Mato arbeitete als Zimmermann, seine Mutter Ivka verdiente als Putzkraft etwas hinzu. Die Kovacs wohnten in der Turiner Straße. Das Leben von Niko und seinem zweieinhalb Jahre jüngeren Bruder Robert spielte sich hauptsächlich auf einem harten Bolzplatz (Asche) in der nahe gelegenen Ruheplatzstraße (schöner Name!) ab. "Wir mussten einfach nur über den Zaun klettern, und schon waren wir auf dem Bolzplatz." (Lesen Sie hier: Das ist Bayern-Nachwuchsstar Jonathan Meier)

Niko Kovac: Sein erster Verein ist Rapide Wedding

Sein erster Verein: Rapide Wedding. Weil die Bayern nach dem Spiel in Berlin übernachten, hat Kovac Zeit für Begegnungen. "Ich habe dort Verwandte und sehr viele Freunde. Nach dem Spiel wird es sicher das ein oder andere Treffen in der Hotellobby geben, wir werden ein bisschen reden, trinken, lachen, hoffentlich glücklich sein", sagte er.

Doch der Kovac-Kosmos geht weit über die Hauptstadt hinaus, von all seinen längeren Stationen hat er etwas mitgenommen, außer Berlin haben ihn vor allem die Zeit bei Bayern (2001 bis 2003), München (wo sein Bruder in der kroatischen Gemeinde seine Frau Anica heiratete), Salzburg und seine kroatische Heimat geprägt.

So prägte Berlin Niko Kovac 

1989 wechselten die Kovacs zur Talentschmiede Hertha Zehlendorf. Von dort ging Niko zwei Jahre später zur Hertha, kickte fünf Jahre in der Zweiten Bundesliga. Niko duellierte sich nach seiner Rückkehr vom FC Bayern ab 2003 bei Hertha um den Platz des Strategen im defensiven Mittelfeld mit Pal Dardai, dem jetzigen Hertha-Coach. Freunde waren die teaminternen Rivalen nie, der Respekt voreinander ist groß. "Wir hatten einen gesunden Konkurrenzkampf auf einer professionellen und menschlichen Ebene", sagte Kovac einmal.

So prägte Salzburg Niko Kovac

Salzburg: Sechs Jahre hat er dort verbracht, als Spieler (2006 bis 2009), als Junioren-Coach und Assistent bei den Profis (2011/2012). Seit dem Wechsel zu Red Bull lebt die Kovac-Familie in Salzburg, Tochter Laura (17) geht dort zur Schule. So oft es geht, fährt Kovac nach Österreich. Sein Credo: "Familie geht über alles!" 

So prägte Kroatien Niko Kovac

Kroatien - das Heimatland seiner Eltern. Sie stammen aus Livno, einer mehrheitlich von Kroaten bevölkerten Gemeinde in Bosnien-Herzegowina. Nach Kroatien fuhren die Kovacs früher nur im Urlaub. Dennoch ist die Bindung da, weil Kovac ab Oktober 2013 zwei Jahre als Trainer der kroatischen Nationalmannschaft arbeitete und sie zur WM 2014 nach Brasilien führte. Mit dem Herzen ist er Kroate ("Ich bin Südländer, habe Temperament, habe Feuer in den Adern"), mit dem Kopf Deutscher – sagt er. Mit Robert teilt er sich heute ein Ferienhaus samt Meerblick und Pool in Brela (südöstlich von Split). Da kiekste, wa?!

 

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