Unterfränkischer Großdealer "Dicke Fische" im Drogengeschäft: 38-Jähriger festgenommen

Ein Zollmitarbeiter zeigt Ecstasy-Pillen. Foto: Henning Kaiser/dpa

Mit 70 Kilo Drogen wird ein 38-Jähriger in Spanien festgenommen – für die Würzburger Polizei ist er ein alter Bekannter.

 

München - Sie waren "dicke Fische" im Drogengeschäft, international vernetzt, mit Kontakten bis zum berüchtigten Medellin-Kartell in Kolumbien. Kokain, Ecstasy und Marihuana gab es bei den Dealern aus Unterfranken gleich zentnerweise.

Wer versorgt den Drogenmarkt europaweit und speziell in Spanien gleich sackweise mit Ecstasy? Fahnder aus fünf europäischen Ländern arbeiteten jahrelang zusammen, um den Hintermännern der millionenschweren Geschäfte auf die Spur zu kommen.

Großdealer - Würzburger in Spanien festgenommen

Der entscheidende Durchbruch gelang den Behörden in Würzburg, die gegen einen Drogen-Ring mit mehr als zwei Dutzend Verdächtigen ermittelten. Bei der Suche nach den Ecstasy-Dealern im Großformat richtete sich im Herbst vergangenen Jahres ihr Blick auf einen "alten" Bekannten.

War er wieder als Dealer unterwegs? Der 38-jährige Würzburger, der einmal als politische Nachwuchshoffnung der Jungen Union Würzburg galt und dann abstürzte, war schon einmal als Dealer ins Netz der Fahnder geraten. Sechs Jahre Haft kassierte er dafür.

Die Erkenntnisse, die die fränkischen Drogenfahnder bei ihren aktuellen Ermittlungen gewonnen hatten, entwickelten ihre explosive Wirkung 2.000 Kilometer von Würzburg entfernt in Spanien. Dort wurden Anfang des Jahres auf einen Schlag mehr als 70 Kilo Amphetamin im Marktwert von drei Millionen Euro beschlagnahmt und die beiden Drahtzieher festgenommen. Einer von ihnen: der "alte Bekannte" aus Würzburg.

In Spanien verhaftete Dealer - Auslieferungsantrag abgelehnt

Auch der zweite Hintermann hat einen engen Bezug zu Unterfranken. Er stammt aus Bad Kissingen, ist 58 Jahre alt und lebt seit etlichen Jahren vorwiegend in Spanien. Er ist im internationalen Drogenhandel eine größere Nummer, wie sich bei einem Prozess gegen ihn Anfang des Jahrtausends in den Niederlanden herausstellte. Zwölf Jahre Haft kassierte er damals für Kokain-Handel. 700 Kilo liefen durch seine Hände.

Wie Boris Raufeisen, Sprecher der Würzburger Staatsanwaltschaft, bestätigte, hätte seine Behörde die beiden Dealer gern selbst vor Gericht gestellt. Doch der Auslieferungsantrag wurde von der spanischen Justiz in beiden Fällen abgelehnt. Kopfschütteln bei den deutschen Drogenfahndern löste angesichts ihrer Erkenntnisse allerdings die Tatsache aus, dass sich der 58-jährige Bad Kissinger inzwischen wieder auf freiem Fuß befindet.

Abgeschlossen sind die Ermittlungen der Würzburger Staatsanwaltschaft damit allerdings nicht. "Wir ermitteln weiter", erklärte Raufeisen.

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