Missbrauchsaffäre im ÖSV Ex-Skirennläuferin Werdenigg will Namen nennen

Nicola Werdenigg: "Ich vertraue auf die österreichische Rechtsstaatlichkeit, als eine der wichtigsten Forderungen an ein politisches Gemeinwesen." Foto: facebook.com/Nicola Werdenigg

Wegen der von ihr erhobenen Vorwürfen in Sachen sexualisierter Gewalt im österreichischen Skiverband spricht Nicola Werdenigg am 5. Dezember vor der Staatsanwaltschaft.

Wien - Die frühere österreichische Skirennläuferin Nicola Werdenigg will in der Affäre um angebliche Fälle von sexuellem Missbrauch innerhalb des österreichischen Skiverbandes (ÖSV) Namen nennen.

"Wer, was, wann, wie und wo beantworte ich am 5. Dezember der Staatsanwaltschaft", schrieb die 59-Jährige auf Twitter. Werdenigg, Olympia-Vierte von 1976, hatte in der Zeitung Der Standard erklärt, als 16-Jährige von einem damaligen Mannschaftskollegen vergewaltigt worden zu sein. Auch von einem Skifabrikanten sei sie unangemessen berührt worden.

"Wer nicht mitspielen wollte, brachte seinen Startplatz in Gefahr", erklärte die Tirolerin. Zudem bezichtigte sie den ÖSV, das Thema ausblenden zu wollen und erhob schwere Vorwürfe gegen Verbandspräsident Peter Schröcksnadel. Dieser konterte den Vorwurf mit der Aufforderung, Werdenigg müsse Namen nennen.

Auf Facebook schrieb Werdenigg (geborene Spieß) am Mittwoch, dass "meine Zeugeneinvernahme, im Zusammenhang mit den von mir angesprochenen Fällen sexualisierter Gewalt" durch das Landeskriminalamt Tirol stattfinden werde.

"Ich vertraue auf die österreichische Rechtsstaatlichkeit, als eine der wichtigsten Forderungen an ein politisches Gemeinwesen." In diesem Sinn werde sie alle Fragen mit höchster Sorgfalt beantworten. "Alle weiteren Nachfragen nach Namensnennung und Zusammenhängen sind somit obsolet!", fügte Werdenigg an.

ÖSV-Präsident Peter Schröcknsadel hatte Werdenigg aufgefordert, Namen zu nennen, weil sie auch von einem ihr bekannten Missbrauchs-Fall aus dem Jahr 2005 sprach, von dem die ÖSV-Führung gewusst haben soll. "Wie bereits mehrfach in den Medien betont, lag mir nicht daran, Täter öffentlich an den Pranger zu stellen, sondern ein System offenzulegen, um sicherzustellen, dass in Zukunft mit diesem Thema sensibler umgegangen wird. Die betroffenen Personen wissen von ihren Taten und müssen mit diesen umgehen, auch wenn sie heute möglicherweise strafrechtlich nicht mehr belangt werden können."

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