Ministerpräsident lässt Stadt sitzen Keine Empore – Seehofer brüskiert OB Reiter

Der OB und MP: Dieter Reiter (l.) und Horst Seehofer nach dem Trachtenumzug. Foto: dpa

Nach dem Anzapfen gibt der Ministerpräsindet der Stadt einen Korb und verschwindet einfach – was für Ärger sorgt.

Dass der bayerische Landesvater sehr eigen sein kann, hat er gleich zum Wiesn-Start wieder mal eindrücklich bewiesen. Nachdem OB Dieter Reiter angezapft hatte, posierte Horst Seehofer zwar noch brav für die Fotografen – um gleich danach jedoch sang- und klanglos zu verschwinden. Und Münchens Stadtobere einigermaßen ratlos zurückzulassen.

Dass ein Ministerpräsident keinen Bock auf die Empore im Schottenhamel hat, um dort mit dem OB traditionell gemeinsam ein Hendl zu essen, Small-Talk mit den Journalisten zu halten und sich zuprostend dem Volk zu präsentieren? „Das hab’ ich auch noch nicht erlebt“, sagte Dieter Reiter der AZ. „Er hat mir nur gesagt, ich soll nicht böse sein“, er müsse noch zu seiner Krug-Präsentation. Reiters leicht angefressenes Fazit: "Er ist alt genug...“

Dann bogen die Seehofers auch schon ab Richtung HB-Zelt – und Petra und Dieter Reiter gingen eben alleine auf die Empore im Schottenhamel. Wo Ilse Aigner den Ministerpräsidenten vertrat.

Im HB-Zelt hatte kurz zuvor Finanzminister Markus Söder das erste Fassl staatseigenes HB-Bier angezapft. Mit ihm saßen Horst und Karin Seehofer dann bei einer gemeinsamen Maß in der Box. Sicherlich sehr viel ungestörter als in der Ratsboxe auf der Empore im Schottenhamel.

Seehofer und sein Paradies

Und bei dieser Gelegenheit präsentierte Seehofer zusammen mit HB-Wirt Günter Steinberg ein weiteres Mal den von seiner Sekretärin Annette Weidner gestalteten HB-Krug. Das Motiv: Adam und Eva, mit einer Maß der Hand unter dem Baum der Erkenntnis, auf dem Brezn, Herzerl, das Münchner Kindl und Maßkrüge wachsen. Schee.

Wie hatte Seehofer vor Wochen bei der Erstpräsentation doch gemeint: „Der Krug drückt aus, was meine Politik in den letzten acht Jahren bedeutet hat: das Paradies.“

Weniger paradiesisch-friedlich, man könnte eher sagen stocksauer hat Seehofers Extrawurst die Stadt zurückgelassen. Vor allem Alt-Oberbürgermeister Christian Ude konnte seinen Ärger über diesen Affront Seehofers der Stadt gegenüber nur mühsam verbergen.

„Das ist noch nie dagewesen“, sagte er der AZ „der Auftritt des Ministerprtäsidenten ist eigentlich ein intregraler Bestandteil der Wiesn als gesamtbayerisches Fest. Sogar Edmund Stoiber habe es geschafft damals als Kanzlerkandidat, zur Wiesn und auch auf die Empore zu kommen.

 

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