Ministerium reagiert Grippewelle: Bayern stellt Lehrerinnen frei

Hatschi! Wer krank ist, kuriert sich besser in aller Ruhe aus. Foto: dpa

. . . wenn sie schwanger sind. Allein in Landshut kann das 32 Frauen betreffen. Wie die Schulen reagieren – und was das für den Unterricht bedeutet.

Landshut - Die Meldung kam von oberster Stelle. Das Bayerische Bildungs- und Wissenschaftsministerium stellt bis zu den Osterferien schwangere Lehrkräfte von der Unterrichtstätigkeit frei. In ganz Landshut betrifft dies 32 Frauen.

Die Hintergründe? "Der Grund dafür, ist die regionale Influenza-Epidemie", erklärt Michael Kugler vom Schulamt in Landshut gegenüber der AZ: "Akut krank ist keine der werdenden Mütter. Zum Glück handelt es sich um eine rein präventive Maßnahme. Das ungeborene Leben muss besonders geschützt zu werden."

Wenn die schwangeren Lehrkräfte nun ausfallen sollten, muss das Schulamt den Unterricht dennoch sicherstellen. Wie wird das geschafft? "Natürlich gibt es ausfallenden Unterricht in den Randstunden", räumt Michael Kugler ein. "Aber der Pflichunterricht findet statt."

Alle mobilen Reserven kommen zum Einsatz

Ab sofort kommen alle mobilen Reserven zum Einsatz. Auch Förderlehrer und Lotsen, die sonst an Gymnasien und Realschulen tätig sind, helfen an den Grund- und Mittelschulen aus. "Wir sind sehr dankbar für die Kreativität unserer Schulleiter, wie sie versuchen, den Unterricht zu gewährleisten", sagt Kugler.

Das Bildungs- und Wissenschaftsministerium lässt auch Mehrarbeit zu, die dann bezahlt wird. Das können zum Beispiel Lehrer sein, die sonst nur 15 Stunden arbeiten und dann einfach mehr Stunden machen.

Das Beschäftigungsverbot ist übrigens neu. Früher wurde eine schwangere Lehrerin vom Unterricht nur freigestellt, wenn in ihrer Schule konkret ein Influenza-Fall vorgekommen ist.

Betroffen ist die Grund- und Mittelschule in Ergolding, sie haben eine schwangere Kollegin, die nun vom Unterricht freigestellt ist, wie Konrektorin Birgit Gradel der AZ sagt: "Natürlich haben die Chefs und das Lehrerkollegium Verständnis dafür, dass Schwangere geschützt werden. Das ist keine Frage."

Was sich die Konrektorin in Ergolding jetzt wünscht

Trotzdem ist es im Schulalltag erfahrungsgemäß schwierig, Ersatz zu finden. Die vom Ministerium geschickten mobilen Reserven sind derzeit auch nicht besonders zuverlässig - auch hier sind viele Lehrer krank.

Gradel sagt: "Wir müssen jetzt die Zähne zusammenbeißen und als Team so gut wie möglich arbeiten. Wir machen das alles für die Kinder."

Ergolding ließ keinen Unterricht ausfallen, dafür könne es schon mal vorkommen, dass sich ein Lehrer um zwei Klassen kümmern müsse.

Was sich Birgit Gradel wünscht, für die nächste Zeit in der Ergoldinger Schule? "Dass die gesunden Kräfte nicht auch noch krank werden. Und dass die Influenza-Welle aufhört, damit wir alle gesund und munter in den Frühling starten."

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