Minister und ihre Hobbys Marcel Huber: CSU-Minister mit Herz für Krippen

Marcel Huber vor einem seiner Kunstwerke Foto: privat

Seit 40 Jahren kümmert sich Marcel Huber um Maria, Josef und das Jesuskind – im Modell

MÜNCHEN In seiner Freizeit ist er Künstler: Da drapiert Bayerns Gesundheits- und Umweltminister Marcel Huber (CSU) aus Draht und Leinenbinden Maria, Josef und das Jesuskind. Er kleidet sie in prunkvolle Gewänder und stellt sie eingerahmt von Engeln, Hirten und den Heiligen Dreikönigen in prachtvolle, vergoldete Kulissen. Mit seinen Ruinen-Krippen hat es der gelernte Tierarzt sogar bis ins Museum der Unesco in Bethlehem gebracht.

In seinem Haus in Ampfing hat sich der 54-Jährige eine ganze Schreinerwerkstatt für sein Hobby eingerichtet. „Seit 40 Jahren mach’ ich das“, erzählt er. Über die Freiwillige Feuerwehr kam er zum Krippenbauen. Dort lernte er Herrmann Häberl kennen, der einen Helfer suchte. „Den hab’ ich gemacht“, sagt Huber. Angeeignet hat er sich die Kunstfertigkeit selbst. Dann wagte er sich an sein erstes Werk.

Seit 36 Jahren baut er gemeinsam mit seiner Frau Adelgunde, die als Erzieherin arbeitet, Ruinen-Krippen. Diese Art von Darstellung stammt aus dem Barock. „In einem untergegangenen Heiligtum einer überkommenen Gottheit tritt der Heiland auf“, erklärt der Minister, der für die Energiewende zuständig ist.

Die prächtigen Kulissen entwirft er, zimmert sie aus Holz und drapiert sie im Stuckverfahren. Gekauft werden für die Figuren nur Kopf, Hände und Füße vom Schnitzer. Huber lässt sie zu ausdrucksvollen Körpern zusammenwachsen und setzt sie in Szene.

Das Besondere an seinen Krippen: Er tränkt die Stoffe in Leim und legt sie an der Figur ausdrucksvoll in Falten. „Die würden bei einem geschneiderten Gewand nie so schön fallen. Da würden die Stoffe wegstehen“, sagt er.

Gefragt ist vor allem Geduld. Wenn ein blühender Rosenzweig hinter der Säule hervorsprießt, ein vertrockneter Baum sich an der Mauer anlehnt, der Verkündigungsengel mit einer Lilie in der Hand winkt, liegt die Kunst im Detail und der Symbolik. Huber: „Da kann man sich spielen. Manchen mag das nerven, aber mir macht das Spaß.“

Schon zehn Mal war er mit seinen Kunstwerken auf der Weltkrippenausstellung in Verona eingeladen. Er hat sie in Mailand und Köln gezeigt.. Daheim in Ampfing kümmert er sich mit seiner Frau um die über 100 Jahre alte Kastenkrippe neben der Kapelle.

Seit er im Kabinett ist, bleibt kaum Zeit für sein Hobby: „Die reicht gerade noch zum Reparieren und Restaurieren.“ Die Planung einer neuen Krippe ist neben der Arbeit im Ministerium nicht mehr drin. Doch auch in der Politik kann er die Kunst seines Hobbys nutzen. „Auch da muss man versuchen, alles schön und eindrucksvoll darzustellen“, vergleicht Huber. „Nur kann man das dann nicht mit Ruhe und Muse tun, sondern ist immer in Hektik.“

 

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