Millionen-Dealer Drogenprozess legt Stolperstart hin

Von Angesicht zu Angesicht im Drogenprozess: Die vier Angeklagten und ihre Anwälte. Foto: jot

Quartett angeklagt: Für knapp drei Millionen Euro Haschisch und Marihuana verkauft.

 

München Gleich der erste Versuch vor einer Woche scheiterte am Veto eines Verteidigers: Der Prozessbeginn gegen vier mutmaßliche Drogenhändler, die München über zehn Jahre mit Haschisch und Marihuana versorgt haben sollen, musste auf Dienstag verschoben werden, weil den Anwalt die Gerichtsbesetzung nicht rechtzeitig erreicht hatte.

Doch auch der gestrige Starttermin geriet in Gefahr. Es ist ein kompliziertes Verfahren, das viele Einzelfälle über einen langen Zeitraum abdeckt. Deswegen beantragte die Verteidigung eine größere Besetzung der Richterbank. Er scheiterte aber nach langer Beratung des Gerichts mit seinem Ersuchen.

Die vier Angeklagten gehören laut Anklage zu einem Kreis von Personen, die seit 2003 Drogen nach Deutschland brachten und in München und Umgebung dann mit sattem Gewinn vertickten.
Der Stoff kam aus Amsterdam. Die Dealer holten dort Haschisch und Marihuana jeweils im zweistelligen Kilobereich pro Lieferung ab.

In den knapp zehn Jahren bis März 2013 fanden so 742 Kilo Haschisch und Marihuana ihren Weg nach München. Knapp 92 Kilo davon konnten die Ermittler noch sicherstellen. Durch den Verkauf der restlichen 650 Kilo sollen die Dealer laut Anklage einen Erlös von 2,835 Millionen Euro erzielt haben.

Am 17. März 2013 wurde mit Hans T. (47, Name geändert) einer der Haupttäter gefasst. Zwei seiner Komplizen (38, 46) erwischte es gleichzeitig. Der vierte Angeklagte (44) sitzt in anderer Sache in einem Berliner Gefängnis.

Bei den Ermittlungen waren zwei der Angeklagten bereits gesprächig gewesen. Die beiden anderen kündigten jetzt für die Verhandlung noch Redebedarf an.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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