Millionen Bürger nehmen teil EU-Umfrage zur Abschaffung der Zeitumstellung endet

Mehr als eine Million EU-Bürger haben bereits an der EU-Umfrage zur Zeitumstellung teilgenommen. Foto: Federico Gambarini/dpa

Rund sechs Wochen hatten EU-Bürger Zeit, ihre Meinung zum regelmäßigen Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit abzugeben. Am Donnerstagabend endet die EU-weite Umfrage. Und was passiert dann?

Brüssel - Soll in der EU weiterhin zweimal jährlich die Zeit umgestellt werden? Oder auf das Hin und Her zwischen Sommer- und Winterzeit verzichtet werden? Am Donnerstagabend um 23 Uhr deutscher Zeit (MESZ) endet eine EU-weite Bürger-Umfrage der EU-Kommission.

Die Umfrage war in den vergangenen Wochen auf riesiges Interesse gestoßen. Unter anderem werden die Teilnehmer in dem Online-Formular gefragt, welche Erfahrungen sie mit dem Wechsel von Winter- auf Sommerzeit gemacht haben und ob sie für eine Abschaffung oder Beibehaltung der Zeitumstellung sind. Außerdem können in einem Textfeld weitere Bemerkungen gemacht werden. Die Umfrage läuft seit Anfang Juli.

Die EU-Kommission kündigte an, am Freitag voraussichtlich nur die Gesamt-Teilnehmerzahl der Umfrage zu veröffentlichen. Das Ergebnis der Abstimmung - wie viele Bürger für und wie viele gegen die Abschaffung der Zeitumstellung votiert haben - soll zu einem späteren Zeitpunkt präsentiert werden. Wann das sein wird, ließ die Brüsseler Behörde offen.

Das Interesse an der Umfrage war der EU-Kommission zufolge sehr groß. Allein in den ersten drei Tagen wurden demnach mehr als 500.000 Online-Fragebögen ausgefüllt. Nach der Hälfte der Zeit waren mehr als eine Million Antworten eingegangen.

Die EU-Kommission prüft derzeit Forderungen nach einer Abschaffung der umstrittenen Zeitumstellung. Dazu hatte das Europaparlament sie im Februar aufgefordert. Die Umfrage sei dabei allerdings nur ein Teil der Bewertung, sagte ein Sprecher über die nicht-repräsentative Befragung. "Es ist kein Referendum." Sollte die EU-Kommission zu dem Schluss kommen, dass die Zeitumstellung abgeschafft werden sollte, könnte sie einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorlegen. Dem müssten Europaparlament und EU-Staaten allerdings noch zustimmen.

In Deutschland gibt es die Sommerzeit seit 1980, seit 1996 dauert sie sogar sieben Monate im Jahr: Die Menschen stellen in allen EU-Ländern die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück. Eigentlich soll das Tageslicht besser genutzt und dadurch Energie gespart werden. Der tatsächliche Nutzen ist jedoch höchst umstritten.

 

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