Milliarden-Deals Die Protz-Bilanz der Patrizia Immobilien AG

Die Immobilien-Deals der Patrizia AG sind milliardenschwer - jetzt will das Augsburger Unternehmen aber mehr auf Dienstleistungen setzen. Foto: imago

Die Patrizia fiel 2013 vor allem durch den Kauf der GBW-Wohnungen auf. Jetzt zieht das Unternehmen Bilanz und kündigt an, seine Immobilien zu verkaufen

 

Augsburg/München -  Sie hat sich im letzten Jahr nicht beliebt gemacht: Die Augsburger Patrizia, ein milliardenschwerer Immobilien-Konzern, kam vor allem durch die Übernahme der fast 32000 GBW-Wohnungen von der BayernLB in die Schlagzeilen. Darauf folgten Mieterhöhungen und Verkäufe. Viele Mieter machen sich Sorgen.

Die Patrizia selbst muss sich keine Sorgen machen. Gestern hat das Unternehmen die Bilanz für das vergangene Jahr vorgestellt: Der Konzern wuchs enorm – und das soll so weitergehen. Die Patrizia Immobilien AG hat 2013 den Wert ihrer verwalteten Immobilien um mehr als 70 Prozent auf rund 11,8 Milliarden Euro gesteigert. Darin enthalten seien auch die GBW-Wohnungen für knapp 2,5 Milliarden Euro. Das Ziel für das kommende Jahr: Nochmal mindestens zwei Milliarden mehr.

Laut des Geschäftsberichts blieb dem Konzern im letzten Jahr ein Gewinn von 37,2 Millionen Euro übrig – und damit 46 Prozent mehr als 2012. Um noch profitabler zu werden, wandelt das Unternehmen bereits seit Jahren seine Strategie.

Früher hatte Patrizia Wohnungen gekauft, modernisiert und weiterverkauft. Mittlerweile steht vor allem das Management von Immobilien im Vordergrund. 2013 stammten 80 Prozent der Konzerngewinne aus dem Dienstleistungsbereich. Im Jahr zuvor war es bloß die Hälfte. Diese Strategie zeigt auch eine andere Zahl: der Umsatz. Er sank um fünf Prozent auf 217 Millionen Euro.

Die Immobilien, die Patrizia noch selbst hält, will das Unternehmen nun komplett verkaufen und das Geld zur Schuldentilgung verwenden. Im Moment hat die Patrizia noch 399 Millionen Euro Schulden, Ende 2015 sollen die weg sein.

Trotz des Erfolgs: Wer Patrizia-Aktien hat, kriegt erst mal keine Dividende ausbezahlt. Die Eigner sollen stattdessen für jeweils zehn Aktien eine Gratisaktie bekommen.

 

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