Milliarden-Deal Was Google mit Thermostaten will

Das Bett ist leer, niemand ist zuhause. Das Nest-Thermostat weiß das längst und reduziert die Raumtemperatur über den „Auto Away“-Modus. Google findet das praktisch. Foto: Nest
 

Für 3,2 Milliarden Dollar kauft sich Google kauft Nest, den Hersteller intelligenter Hausgeräte – und noch mehr Informationen

SILICON VALLEY Die Geräte sind nicht größer als eine Handfläche und hängen fast unbemerkt an der Wand: Die Technik aber der vernetzten Heizthermostate und Rauchmelder der Firma „Nest“ ist alles andere als unscheinbar. Sie ist dem Internetkonzern Google 3,2 Milliarden Dollar (2,34 Milliarden Euro) wert.

So viel zahlt Google für das US-Start-Up-Unternehmen. Damit verfügt die viel gescholtene „Datenkrake“ Google über einen neuen riesiger Fangarm. Mögen das die Beteiligten auch kleinreden. Fest steht: Die Thermostate, die demnächst auch in Europa vertrieben werden sollen, erfassen eine Fülle von Informationen darüber, was in einem Haushalt gerade geschieht.

Sie merken sich etwa, wenn die Bewohner das Haus verlassen und senken die Raumtemperatur ab. Tritt der Bewohner ins abgekühlte Schlafzimmer, wird automatisch hochgeheizt. Es gibt laut „Nest“ außerdem Sensoren für „Aktivität, Luftfeuchtigkeit und Helligkeit“. Firmengründer Tony Fadell, der einst für Apple iPod und iPhone mitentwickelt hat. erklärte der „New York Times“ stolz: „Jedes Mal, wenn ich einen Fernseher einschalte, liefert das die Information, dass jemand zu Hause ist. Wenn sich die Kühlschranktür öffnet, ist das ein weiterer Sensor, weitere Information.“

Wird der Rauchalarm ausgelöst, genügt es, vor dem „Nest“-Gerät zu winken, um ihn wieder abzustellen. Steuern lässt sich die Technik bislang über eine App für das Apple-Betriebssystem iOS. Bald soll das auch mit Googles Android möglich sein.

Schon jetzt weiß Google dank Cookies, Gmail und Android mehr über seine Nutzer, als ihnen lieb sein dürfte. Nest erweitert diese Möglichkeiten, glaubt der Analyst und Brancehnkenner Pat Moorhead: „Google will als Rückgrat deines Haushaltes daran beteiligt sein, wie du Energie verbrauchst oder Inhalte wie Musik konsumierst.“ Tech-Journalist Ryan Block: „Jetzt weiß Google, wann Sie zu Hause sind, und in welchem Zimmer.“ Bei Nest ist man bemüht, solche Befürchtungen zu zerstreuen. „Wir nehmen Datenschutz ernst, und das wird sich auch nicht ändern.“

 

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