Schon 800 Kündigungen "Free Now" startet neuen Service - Münchner Taxler stinksauer

Free Now, ehemals "Mytaxi", startet seinen Mietwagenservice nun auch in München. Foto: Free Now

In München startet "Free Now" ein neues Mobilitätsangebot. Der Service, der vorher unter "MyTaxi" bekannt war, vermittelt Mietwagen mit Fahrer. Die neue Konkurrenz zu herkömmlichen Taxis kommt bei einigen Münchner Taxlern gar nicht gut an.

 

München - Wer sich in München mit einem Auto von A nach B fahren lassen will, kann ab sofort auf einen neuen Service zurückgreifen: Der Mobilitätsdienstleister "Free Now" startet seinen Dienst "Ride" an diesem Dienstag (17.09.) in der Stadt.

Einige Kunden dürften das Angebot noch unter anderem Namen kennen: Früher firmierte der Service unter dem Namen "mytaxi". Der nach eigenen Angaben "erfolgreichste Mobilitätsanbieter Europas" setzt aber nicht (nur) auf Taxis, sondern nun auch vornehmlich auf Mietwagen mit Fahrern.

So funktioniert "Free Now"

In der App können Kunden das Fahrtziel und ihren Standort angeben. Zu einem vorher festgelegten Fixpreis kommt dann ein Fahrer und holt den Kunden ab. Die Preise sind dabei mitunter günstiger, als die vergleichbare Strecke mit einem herkömmlichen Taxi kosten würde. Den Preisunterschied können die App-Nutzer sehen, da Free Now auch noch klassische Taxis vermittelt. Bezahlt wird grundsätzlich über die App.

"Wir freuen uns, dass wir mit unserem neuen Service jetzt auch im Süden Deutschlands unterwegs sind. München ist ein sehr interessanter Markt für uns. Ein Mietwagenservice ergänzt unser Angebot perfekt", sagt Alexander Mönch, Deutschland-Chef von "Free Now".

800 Taxler verlassen "Free Now"

Münchens Taxibranche sieht das neue Angebot kritisch. Mehr als 800 Taxi-Unternehmer haben ihre Verträge mit "Free Now" gekündigt, teilte der Taxiverband am Dienstag mit. "Zu den 800 Konzessionen gehören mehr als doppelt so viele Fahrer, da viele Taxis ja im Zwei- oder Drei-Schicht-System unterwegs sind. Auch diese Fahrer kehren damit 'Free Now' den Rücken“, so Sprecher Florian Bachmann.

Der Münchner Taxiunternehmer Murat Kilicsaymaz erklärt: "Free Now kassiert ein erhebliches Stück aus dem Vermittlungskuchen, aber die Unterstützung fürs Gewerbe bleibt das Unternehmen schuldig. Deshalb lassen wir uns jetzt lieber von Taxi.eu und Taxi Deutschland vermitteln". Beides seien Apps, die vom Taxigewerbe selbst entwickelt wurden.

Die Taxler kritisieren unter anderem, dass die Regeln für Taxis nicht für die Mietwagen mit Fahrer gelten. Taxler etwa müssen Fahrgäste mitnehmen, die Fahrer brauchen zudem eine Ortskundeprüfung. Die Fahrer der Mietwagen brauchen diese nicht, ihnen "reicht" das Navigationssystem.

Da sagt "Free Now" zur Kritik

Als Konkurrenz zu Taxis versteht sich das Unternehmen aber nicht. "Natürlich bleiben Taxis weiterhin ein wichtiger Teil unseres Geschäftsmodells, das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. In München vermitteln wir bereits mehr als 2.000 Fahrer über unsere App. Wir werden auch weiter Innovationen und Angebote entwickeln, um diese Fahrer – als unsere stärksten Partner – in Zukunft wettbewerbsfähig zu halten", erklärt Free-Now-Chef Mönch.

Und ergänzt: "Wir verstehen uns als faire, europäische Alternative zu internationalen Wettbewerbern (wie etwa Uber, d. Red.), die teils aggressiv auf den Markt drängen. Diesen Markt werden wir ihnen nicht überlassen, sondern als Multiservice-Anbieter gemeinsam mit allen angeschlossenen Fahrern und Unternehmern neue Angebote für unsere Fahrgäste entwickeln".

Lesen Sie hier: München - Taxifahrer protestieren gegen Uber und Co.

 

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