Mieter werden in Hotels einquartiert Brand in Perlach: Obdachlos nach Silvesterbrand

Morina F. und ihre Söhne versuchten die Flammen mit Wassereimern zu löschen - vergeblich. Foto: Th. Gaulke/job

Am letzten Tag des Jahres 2016 bricht in einem Haus in Perlach ein verheerendes Feuer aus – mehrere Familien verlieren ihr Zuhause

Morina F. schaut erschöpft aus. Die dunkelhaarige, zierliche Frau steht mit ihren beiden Söhnen Reshit (17) und Adrial (14) am Morgen nach dem Feuer vor einem Reihenhaus in der Unterbiberger Straße. Die 40-Jährige steht in einem Meer aus Glasscherben und zerbrochenen Dachziegeln. Gefrorenes Löschwasser hat den Boden vereist. Es riecht verbrannt.

Die Dachwohnungen, in denen am Vortag noch die Nachbarn mit ihren Kindern gespielt haben, sind komplett ausgebrannt. Durch die Löcher im Dach ist der blaue Winterhimmel zu sehen. Doch auch Morina F., die im Erdgeschoss lebte, darf mit ihren Söhnen nicht zurück in ihre Wohnung – wie alle Bewohner des Hauses. Seit der Silvesternacht haben sie kein Zuhause mehr. Die Polizei hat das Haus gesperrt. Es gilt als unbewohnbar. Die Haustür ist mit einer Kette und einem Vorhängeschloss gesichert.

Sieben Mieter werden von der Stadt in Hotels einquartiert

Es waren dramatische Stunden. Morina F. sitzt gegen 22 Uhr in ihrem Wohnzimmer, ihr Ehemann ist auf Verwandtenbesuch.. „Plötzlich sah ich, wie von oben brennende Gegenstände auf unsere Terrasse krachten.“ Die Mutter rannte hinaus: „Oben stand alles lichterloh in Flammen!“ Die Verkäuferin holte ihre Söhne. Ihr Jüngster rannte nach oben, um die Nachbarn zu warnen. „Ich habe gegen die Tür gehämmert, geschrien, dass sie rauskommen sollen“, erzählt Adrial der AZ. Doch niemand öffnete.

Das Ehepaar wurde wenig später von Feuerwehrmännern aus der brennenden Wohnung geholt. Die Eheleute (61, 68) erlitten schwere Brandverletzungen. Ein weiterer Nachbar (23) und dessen Besucherin (38) liegen mit Rauchgasvergiftungen im Krankenhaus.

Morina F. und ihre Söhne versuchten die Flammen mit Wassereimern zu löschen. Die Mutter kehrte alles, was brannte, von ihrer Terrasse ins Freie, damit die Flammen nicht auf ihre Wohnung übergriffen. Dann übernahmen die Profis von der Feuerwehr. Die Bewohner wurden in Sicherheit gebracht.

Für die Feuerwehr war der Einsatz in der Neubiberger Straße nicht der einzige große Einsatz in der Silvesternacht. Kurz nach Mitternacht setzte vermutlich eine Silvesterrakete einen Balkon in der Chiemgaustraße in Obergiesing in Brand und richtete 200 000 Euro Schaden an. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung gegen drei Burschen (15, 17, 20).

18 Minuten später brannte ein Balkon in der Kurt-Eisner-Straße in Perlach – vermutlich hatte sich auch in diesem Fall eine Silvesterrakete verirrt. 50 Feuerwehrmänner waren im Einsatz.

Warum das Feuer in dem Reihenhaus in Altperlach ausbrach, ist noch unklar. Morina Florije und ihre Söhne sind vorerst bei einer Freundin untergekommen. Zwei Familien (sieben Personen) aus dem Haus wurden von der Stadt in einem Hotel einquartiert.

Das Jahr hat für sie alle dramatisch begonnen. Morina Florije lächelt trotzdem: „Ich bin so froh, dass wir unverletzt sind!“

 

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