Michael Douglas und Diane Keaton "Das grenzt an Liebe": Scheusal trifft auf Heulsuse

Auf ein Glas Wein bei der Nachbarin: Oren (Michael Douglas) und Leah (Diane Keaton): Da geht noch was! Foto: ASIG Productions LLC

Bei aller Liebe zu den gestandenen Hollywood-Größen: "Das grenzt an Liebe" wird den Erwartungen nicht gerecht. Daran kann auch Michael Douglas in seiner Rolle als leidenschaftliches Scheusal nichts ändern.

 

München - Es klingt so vielversprechend: Michael Douglas (70) und Diane Keaton (68) in den Hauptrollen einer Liebesgeschichte, dazu eine Prise Humor - was soll da noch schiefgehen? Leider eine ganze Menge. Anstatt an seinen früheren Erfolg mit "Harry und Sally" anzuknüpfen, liefert Regisseur Rob Reiner (67) mit "Das grenzt an Liebe" eine lasche Story.

Oren Little (Michael Douglas) ist ein unausstehlicher Immobilienmakler. Als Besitzer eines Apartmenthauses macht er besonders seinen Nachbarn das Leben schwer. Doch eine Person bietet ihm kontra: die Sängerin Leah (Diane Keaton). Eher ungeschickt und zunächst erfolglos versucht er, sie auf seine hölzerne Art zu erobern. Erst als Oren sich überraschend um seine Enkeltochter Sarah (Sterling Jerins) kümmern muss und Leah ihm unter die Arme greift, merken die beiden, dass sie das gleiche Schicksal verbindet.

Und das ist das Stichwort: Schicksal. Man könnte meinen, dass es die tragische Vergangenheit von Michael Douglas alias Oren Little ist, die im Mittelpunkt stehen sollte. Stattdessen ist es aber Diane Keaton, die sich als Leah im wahrsten Sinne des Wortes in den Mittelpunkt drängt. Mit ihren regelmäßigen Heulkrämpfen überfordert sie nicht nur Little, sondern strapaziert damit auch die Nerven der Zuschauer.

Schade ist außerdem, dass Regisseur Reiner den vielfältigen Nebenplots nur wenig Beachtung schenkt. Es werden verschiedene Familienkonflikte angeschnitten, die jedoch nicht von größerer Relevanz sind. Sei es Austin Lysy (37, "Everybody's fine"), der als Oren Littles Sohn auftritt oder die leibliche Mutter von Littles Enkeltochter - keine der betreffenden Szenen scheint im Gesamtkontext von größerer Bedeutung zu sein.

Fazit

Das Ganze wäre sicherlich nur halb so schlimm, wenn die vordergründige Erzählung nicht unter dem nervtötenden Auftritt von Keaton leiden würde. Letztendlich reichen Douglas gute Performance und die Lacher im Film leider nicht aus, um den Streifen zu einem Erfolg zu machen.

 

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