Mia san mia in Doha Bayern im Trainingslager - "Härter als die Liga"

Im Training voll gefordert: Weltmeister Thomas Müller. Foto: dpa

Die Bayern dominieren die nationale Konkurrenz nach Belieben. Weltmeister Thomas Müller erklärt das in Mia-san-mia-Art: „Es ist oft schwieriger bei uns im Training zu gewinnen als in der Bundesliga."

 

Doha - Elf Punkte Vorsprung auf den VfL Wolfsburg zum Hinrundenende, lediglich drei Unentschieden und vier Gegentore bislang in der Bundesliga – dominant, dominanter, FC Bayern. Die Meisterschaft ist nur eine Frage der Zeit. Wann wird man über die Ziellinie gehen? 2013 Ende April in Frankfurt, 2014 an einem Märzabend im Berliner Olympiastadion. Vielleicht können die Bayern 2015 ihren „Stichtag uneinholbar“ auf ein Heimspiel timen, als Termin böten sich an: der 22. März, der 26. Spieltag, das Heimspiel gegen Mönchengladbach, inklusive der „Rache“ für das 0:0 aus der Hinrunde. Oder, nach Ostern, der 28. Spieltag am 11. April: das Heimspiel gegen Frankfurt. Noch „witziger“, fast schon perfide, wäre der Spieltermin dazwischen: Ostersamstag treten die Bayern bei den abstiegsgefährdeten Dortmundern an.

Eine rot-weiße Party beim BVB? Ist ja noch ein bisschen hin.

Die härtesten Prüfungen warten auf die Bayern ohnehin bis zum Rückrundenstart am 30. Januar in Wolfsburg, beim Tabellenzweiten. Bis dahin? Genau, vorher. Und zwar intern. Der Feind im eigenen Bett. „Wir haben ein sehr hohes Niveau im Training“, sagte Weltmeister Thomas Müller und fügte mit ernstem Blick – ein bei ihm eher seltener Gesichtsausdruck – hinzu: „Es ist oft, schwieriger bei uns im Training gegen die andere Mannschaft zu gewinnen als gegen eine Mannschaft in der Bundesliga.“ Seine Begründung: „Jeder von uns hat das gleiche taktische Verständnis.“

Eine Verhöhnung der restlichen Bundesliga-Teams oder einfach nur: die Wahrheit? Die letzte Liga-Niederlage der Bayern datiert vom 12. April 2014, das 0:3 gegen Dortmund als man den Titel schon sicher hatte. Ebenfalls beim 0:1 in Augsburg eine Woche zuvor. Die letzte Pleite in der Liga, die weh tat? Am 26. Oktober 2012, ein 1:2 gegen Leverkusen, damals noch unter Jupp Heynckes. Eine halbe Ewigkeit her.

Dass die aktuelle Meisterschaft, Jubiläumsausgabe Nummer 25, bereits in den Bayern-Köpfen verbucht ist, zeigt diese Aussage von Müller: „Es sieht in allen Bewerben gut aus, aber erst im März, April wird es hochinteressant in den K.o.-Spielen, wenn’s ans Eingemachte geht.“ In den K.o.-Partien. Die zählen, wenn der Rest Deutschlands in der Liga längst k.o. ist.

Im Training von Doha erwischte es nur einen richtig: den neuen Teamarzt Kilian Müller-Wohlfahrt. Er brach sich die Hand – beim Kicken. Ansonsten fehlt Pep Guardiola nur Medhi Benatia, der wegen Rückenproblemen weiter pausiert. Über die taktischen Fortschritte in Doha sagte Müller: „Das Steigerungspotenzial liegt – wie der Trainer immer sagt – im Detail. Es geht nicht darum, Ergebnisse besser zu gestalten, da waren wir fast perfekt. Es geht darum, einfacher Tore zu erzielen – noch weniger Unsicherheiten in unserem Spiel zu haben. Bei uns funktioniert das Kollektiv, egal, wer es dann umsetzt.“ Und wie man aussieht.

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Zu Franck Ribérys gestutzten Bart sagte Kumpel David Alaba: „Süß. Er sieht nicht mehr so gefährlich aus.“ Nur noch die Spielweise der Bayern ist Furcht einflößend.

 

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