Metall- und Elektroindustrie Tarifkampf geht in die nächste Runde

Streikende Metallarbeiter in Kiel. Foto: dpa

Der Streik geht weiter: Im Tarifkampf in der deutschen Metall- und Elektroindustrie läuft auf eine Entscheidung in Baden-Württemberg zu. In Bayern wurden die Verhandlungen vertagt.

 

München – Mit Warnstreiks und Protestaktionen hatten allein im Freistaat rund 30.000 Beschäftigte Druck gemacht, weitere 16.000 beteiligten sich in Norddeutschland an Aktionen. Nur zweieinhalb Stunden dauerten am Donnerstag die Verhandlungen für die 755.000 Beschäftigten der bayerischen Metallindustrie.

Arbeitgeber-Verhandlungsführerin Angelique Renkhoff-Mücke sagte, sie setze nun auf den Erfolg der baden-württembergischen Expertenkommission, die sich aus Vertretern von Südwestmetall und der IG Metall zusammensetzt. „Die Expertenkommission wird jetzt gemeinsame Zielsetzungen zu den Themen Zeitarbeit und Übernahme von Ausgebildeten ausarbeiten, damit die Verhandlungen nächste Woche in Baden-Württemberg zügig vorangehen können.“

Auf Arbeitgeberseite sei auch die bayerische Metallindustrie an der Ausarbeitung der gemeinschaftlichen Zielvorstellungen beteiligt. Für das Scheitern der vierten Verhandlungsrunde gaben sich Arbeitgeber und IG Metall gegenseitig die Schuld und warfen sich vor, sich nicht bewegt zu haben.

Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn, die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten und die Einschränkung der Leiharbeit. Die Arbeitgeber bieten 3,0 Prozent und fordern mehr Flexibilisierung. Am Freitag will die Gewerkschaft die Warnstreiks in Bayern nochmals verschärfen. Schon am Donnerstag hatten bei BMW, MAN, dem Triebwerkshersteller MTU und anderen Betrieben annähernd 30.000 Metaller an Protestaktionen teilgenommen.

Beim „Küstenaktionstag“ in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen legten rund 16.000 Beschäftigte die Arbeit nieder. Nordmetall-Pressesprecher Peter Haas sprach von einer „Belastung des Vertrauensverhältnisses“. Es sei mit der IG Metall Küste vereinbart worden, nach Einsetzung der Expertenkommission in Baden-Württemberg die Ergebnisse der dortigen Gespräche abzuwarten.

 

0 Kommentare